Mehr Orientierung in den Besenhorster Sandbergen - Neue Beschilderung ergänzt bestehende Besucherlenkung im Naturschutzgebiet
Wer derzeit in den Besenhorster Sandbergen unterwegs ist, dürfte sie bereits entdeckt haben: Die ersten neuen Holzpfosten stehen im Gelände. Sie sind Teil eines erweiterten Konzepts zur Besucherlenkung im Naturschutzgebiet. Wander- und Reitwege sollen dadurch künftig auch vor Ort besser erkennbar sein. Gleichzeitig wird auf Bereiche hingewiesen, die nicht betreten oder durchritten werden dürfen.
Das bestehende Besucherinformationssystem (BIS) für das Naturschutzgebiet wurde bereits 2018 eingerichtet. Es umfasst große Informationstafeln an den Gebietseingängen, kleinere Objekttafeln zu besonderen Orten und Themen sowie Flyer, die an den Gebietseingängen ausliegen und online verfügbar sind. Das Betreten des Naturschutzgebietes ist gemäß Gebietsverordnung grundsätzlich erlaubt - allerdings ausschließlich auf den im BIS ausgewiesenen Wegen. In der Vergangenheit hat sich jedoch immer wieder gezeigt, dass Besucherinnen und Besucher die ausgewiesenen Wege verlassen.
Das Problem: Für Besucherinnen und Besucher stellt das Verlassen der Wege ein Sicherheitsrisiko dar. Dort können sich walduntypische Gefahrenquellen wie Betonreste oder herausstehende Armierungen befinden. Außerdem können Rückzugsräume verschiedener Wildtiere gestört und seltene Pflanzenarten durch das Verlassen der Wege beschädigt oder zerstört werden.
Seit 2024 leisten Landesrangerinnen und Landesranger in den Naturschutzgebieten Schleswig-Holsteins wichtige Aufklärungs- und Umweltbildungsarbeit. Trotz Ihres Einsatzes konnte bislang jedoch kein ausreichendes Verständnis für die Ge- und Verbote im Naturschutzgebiet bei allen Besucherinnen und Besuchern erzielt werden. Daher haben das Landesamt für Umwelt, die Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg und die Stadtverwaltung Geesthacht gemeinsam ein Konzept zur weiteren Besucherlenkung im Gelände entwickelt. Dieses wird nun schrittweise umgesetzt.
Die Wander- und Reitwege, die bereits auf den BIS-Tafeln und in den Flyern dargestellt sind, sollen künftig auch unmittelbar im Gelände besser erkennbar sein. Dafür werden die Wege an Pfosten beziehungsweise an geeigneten Bäumen entsprechend markiert. Ergänzend werden Durchgangs- und Durchrittsverbote vor Ort kenntlich gemacht. Die ersten neuen Pfosten wurden in den vergangenen Wochen bereits aufgestellt. Rote Pfeile zeichnen die allgemeinen Wanderwege aus. Das Käfersymbol des Walkers (Polyphylla fullo) zeigt zusammen mit schwarzen Pfeilen den im BIS vorgeschlagenen Rundweg an. Außerdem wird an bestimmten Wegeabschnitten mit kleinen Eulen-Schildern daran erinnert, dass man sich in einem Naturschutzgebiet befindet. Weitere Beschilderungen folgen im Zuge der Umsetzung des Besucherlenkungskonzepts. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen außerdem zusätzliche Objekttafeln über besondere Orte und Themen im Naturschutzgebiet informieren.
"Mit der ergänzten Besucherlenkung wollen wir vor allem für mehr Klarheit und Orientierung sorgen. Wer die Besenhorster Sandberge besucht, soll sich im Gelände gut zurechtfinden können und gleichzeitig wissen, welche Bereiche besonders geschützt werden müssen", erklärt Felicitas Verhoef vom Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung. Ziel sei ein möglichst harmonisches Miteinander von Besucherinnen und Besuchern sowie der Flora und Fauna des Naturschutzgebietes.
Auch mit der neuen Besucherlenkung gilt: Die Besenhorster Sandberge sind größtenteils ein Waldbiotop. Neben den Regelungen der Gebietsverordnung gelten daher weiterhin die Haftungsbestimmungen des Landeswaldgesetzes. Besucherinnen und Besucher müssen im Wald grundsätzlich mit waldtypischen Gefahren rechnen. Dazu gehören beispielsweise umgestürzte oder herabfallende Bäume und Äste. Nach Stürmen kontrollieren die städtischen Forstwirte die Wege im Bereich des Stadtwaldes. Dabei gilt eine Priorisierung: Zunächst werden im übrigen Stadtgebiet gewidmete Straßen und Wege im und am Stadtwald gesichert. Erst anschließend werden die Wege im Naturschutzgebiet kontrolliert.
Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet Besenhorster Sandberge gibt es hier