Weitere Informationen rund um den Eichenprozessionsspinner
Aufmerksamkeit ist geboten, denn mit dem wärmeren Wetter breitet sich ein unangenehmer Gast wieder mehr im Stadtgebiet aus: Der Eichenprozessionsspinner. Erste Nester hat die Stadtverwaltung in dieser Saison bereits entfernt – beispielsweise am Eichweg, im Hochzeitswald und an der Hegebergstraße. Der Eichenprozessionsspinner ist eine Raupenart, die in Eichenbäumen lebt und für ihre gefährlichen Brennhaare bekannt ist. Diese Haare können Hautausschläge, Atemprobleme und Augenreizungen verursachen.
Wenn Sie einen oder mehrere mit Eichenprozessionsspinnern befallene Bäume entdecken, wenden Sie sich an das zuständige Umweltamt in der Stadt Geesthacht unter unter 04152-13 317 oder per E-Mail an umwelt@geesthacht.de.
Alle wichtigen Informationen haben wir hier auf einen Blick zusammengefasst
Was ist ein Eichenprozessionsspinner?
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der von Ende Juli bis Anfang September fliegt. Der Name des Falters ist vom Verhalten der Raupen abgeleitet: Sie schlüpfen Mitte bis Ende April und fressen nachts. Dabei bilden sie eine Art „Prozession“ und bewegen sich immer gemeinsam vom Nest in die Baumkrone und zurück. Ab dem dritten Raupenstadium bilden die Raupen Gifthaare aus, die für Menschen und andere Tiere gefährlich sind. Diese werden auch Brennhaare genannt.
"Der Eichenprozessionsspinner kommt ausschließlich an Eichen vor und baut seine Nester gerne im Kronenbereich. Am Stamm ist ein befallener Baum häufig darum gar nicht zu erkennen, es sei denn, es ist sehr warm. Denn dann kommen die Nester auch am Stamm und am unteren Stammbereich vor“, erklärt Dirk Pretzsch vom Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung. Er warnt: Die Raupenhaare können zum Teil heftige Hautreaktionen auslösen oder die Atemwege der Betroffenen reizen. „Diese Symptome können auftreten, wenn man direkt mit den Raupen in Kontakt kommt oder durch Berührung der Nester. Auch indirekte Kontakte sind möglich, etwa durch Haustiere, die die Haare im Fell aufgenommen haben."
Wie gefährlich ist der Eichenprozessionsspinner?
Die giftigen Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners können allergische Reaktionen auslösen und stellen deshalb eine gesundheitliche Gefährdung dar. Menschen reagieren auf den Kontakt mit den Gifthärchen mit Reizungen der Haut und der Schleimhäute. Es können stark juckende, entzündliche Hautausschläge mit Rötungen, Quaddeln und Bläschen entstehen, teilweise auch an Stellen, die keine Berührung mit den Härchen hatten. Entzündungen der Augenbindehaut und Reizungen im Rachen, Halsschmerzen und Husten sind ebenfalls übliche Symptome.
Bei Auftreten stärkerer Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen und auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen. Besonders schlecht einschätzbar sind allergische Reaktionen, die zum Anschwellen der Schleimhäute in den Atemwegen führen können und Atemnot hervorrufen. Bei empfindlichen Personen kann es auch zum allergischen Schock mit akuter Lebensgefahr kommen. Bei wiederholtem Kontakt mit den Gifthaaren nimmt die Empfindlichkeit von Allergikerinnen und Allergikern zu.
Diese Symptome können auftreten, wenn man direkt mit den Raupen in Kontakt kommt oder durch Berührung der Nester. Auch indirekte Kontakte sind möglich, etwa durch Haustiere, die die Haare im Fell aufgenommen haben. Wer Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner hatte, sollte duschen, Haare waschen und die Augen mit Wasser ausspülen, rät er. Die betroffene Kleidung sollte bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
Was ist der Unterschied zwischen dem Eichenprozessionsspinner und der Gespinstmotte?
Wichtig noch für die Einordnung: Viele verwechseln auch gerne Mal die Gespinstmotte mit dem Eichenprozessionsspinner. Die Gespinstmotte kommt häufig an Sträuchern und Laubbäumen vor. Sie überzieht die ganze Pflanze mit ihren silbrig-weißen Gespinsten. Die Gespinstmotte ist aber nicht gefährlich.
Eichenprozessionsspinner: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind behaart. Die feinen Brennhärchen lösen allergische Reaktionen aus. Und sie befallen nur Eichen.
Gespinstmotte: Die Raupen der Gespinstmotte sind unbehaart. Sie befallen verschiedene Baum- und Straucharten. Manchmal spinnen sie ganze Büsche oder Bäume ein.
Wer ist gefährdet?
Grundsätzlich können alle Menschen, die sich in befallenen Gebieten aufhalten, in Kontakt mit den Gifthärchen kommen und darauf mit Reizungen und Allergien reagieren. Besonders gefährdet sind Erholungssuchende im Wald, in Freizeitanlagen, an Park- und Rastplätzen sowie direkte Anwohnerinnen und Anwohner von betroffenen Waldrändern und –gebieten und Leute, in deren Garten Eichen wachsen. Berufsbedingt sind auch Forstpersonal und Landwirte betroffen.
Neben dem Menschen sind auch Tiere gefährdet: Haus- und Nutztiere wie Hunde, Katzen, Pferde und Weidevieh können nach dem Kontakt mit den Gifthärchen Atembeschwerden, Magen- und Darmbeschwerden sowie entzündete Haut und Augen aufweisen.
Wo findet man den Eichenprozessionsspinner?
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners befinden sich auf Eichenbäumen, bevorzugt auf freistehenden und besonnten Bäumen. In den letzten warmen Sommern wurden aber auch Raupennester in geschlossenen Eichenbeständen gefunden.
Orte, an denen Eichenprozessionsspinner beobachtet werden, vermerkt die Stadtverwaltung in einem Kataster. Betroffen waren in den vergangenen Jahren beispielsweise Eichen am Waldrand in Besenhorst, am Elbewanderweg in Grünhof-Tesperhude, am Hochzeitswald und am Waldrand im Bereich Richtweg/Heinrichshof. Die betroffenen Bereiche werden regelmäßig beobachtet, gegebenenfalls Hinweisschilder aufgestellt. Zudem wurden die Geesthachter Schulen und Kindertagesstätten darüber informiert, woran der Befall von Bäumen mit dem Eichenprozessionsspinner zu erkennen ist, wie man sich bei einem Befall verhält und zu welchen Symptomen es bei Berührungen des Tieres und seiner Gespinste kommen kann.
Das erste Mal sind die Raupen 2011 in Geesthacht entdeckt worden. Die Geesthachter Stadtverwaltung reagierte rasch mit Aufklärung: Offensiv wurden Kitas, Schulen und Ärzte über das Vorkommen informiert. Für die Bürgerinnen und Bürger wurde ein Flyer entwickelt, der verteilt wurde und noch immer unter www.geesthacht.de abrufbar ist. Darin ist unter anderem nachzulesen, woran Eichenprozessionsspinner zu erkennen sind und inwieweit der Kontakt mit den Raupen oder deren Nestern zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann
Zu welcher Jahreszeit besteht die Gefahr?
Die Gesundheitsgefährdung besteht ganzjährig. Die gefährlichste Zeit ist jedoch von Mitte Mai bis in den Herbst, weil man sich dann leichter kleidet sowie häufiger und länger im Freien aufhält. Die Raupen bilden ungefähr von Mitte April bis Anfang Juni die so genannten Brennhaare aus. Nach der Häutung bleiben die Haare in den Gespinstnestern und werden vor allem bei deren Zerfall an die Umwelt abgegeben. Das Allergien auslösende Gift in den Härchen kann mehrere Jahre wirksam bleiben.
Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte ich beachten?
Am sichersten ist es natürlich, die befallenen Gebiete zu meiden. Wenn Sie sich trotzdem dort bewegen müssen, sollten Sie Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen tragen. Die Hosenbeine sollten Sie dabei unten verschließen, damit keine Gifthaare von unten in die Hose gelangen. Schützen Sie empfindliche Hautbereiche, zum Beispiel Nacken, Hals und Unterarme.
Nutzen Sie zusätzlich die Informationen aus dem Flyer zum Eichenprozessionsspinner.
Wer ist verantwortlich, wenn Eichen vom Eichenprozessionsspinner befallen sind?
Die Verantwortung liegt grundsätzlich beim Grundstückseigentümer, auf dessen Gelände die befallenen Eichen stehen. Das bedeutet, dass für Bäume auf Kreisstraßen der Landkreis, bei öffentlichen Plätzen die Stadt Geesthacht, auf Landstraßen das Land verantwortlich ist.
Wer Nester des Eichenprozessionsspinners im eigenen Garten entdeckt, ist für eine gegebenfalls erforderliche Beseitigung oder die Gefahren, die davon ausgehen können, selbst verantwortlich. Die Kosten für die Behandlung privater Bäume trägt die Grundstückbesitzerin beziehungsweise der Grundstücksbesitzer.
Werden in öffentlichen Bereichen Raupen oder Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt, ist das dem Fachdienst Umwelt zu melden. Dieser lässt die betroffenen Bereiche dann absperren und die Nester gegebenenfalls entfernen. Wenn möglich, werden dann die städtischen Baumpfleger tätig. Befinden sich die Nester allerdings in zu großen Höhen, müssen sie durch Fachfirmen entfernt werden.
Was kann ich tun, wenn ich einen Eichenprozessionsspinner-Befall auf meinem Grundstück feststelle?
Wer Nester des Eichenprozessionsspinners im eigenen Garten entdeckt, ist für eine gegebenfalls erforderliche Beseitigung oder die Gefahren, die davon ausgehen können, selbst verantwortlich. Die Kosten für die Behandlung privater Bäume trägt die Grundstückbesitzerin beziehungsweise der Grundstücksbesitzer.
Werden in öffentlichen Bereichen Raupen oder Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt, ist das dem Fachdienst Umwelt zu melden. Dieser lässt die betroffenen Bereiche dann absperren und die Nester gegebenenfalls entfernen. Wenn möglich, werden dann die städtischen Baumpfleger tätig. Befinden sich die Nester allerdings in zu großen Höhen, müssen sie durch Fachfirmen entfernt werden.
Welche Möglichkeiten der Bekämpfung gibt es?
Aus Naturschutzsicht dürfen Eichenprozessionsspinner bekämpft werden. Allerdings sollten Sie die Arbeiten wegen der gesundheitlicher Belastung und der speziellen Arbeitstechnik von Fachleuten durchführen lassen. Diese tragen bei den Bekämpfungsmaßnahmen einen Chemievollschutzanzug und einen Atemschutz. Übergänge und Öffnungen in der Kleidung werden mit Klebeband abgedichtet.
Man kann den Eichenprozessionsspinner mit Insektiziden oder mechanischen Methoden bekämpfen. Zur Verhinderung der Bildung von Brennhaaren und zur Verminderung der Population des Eichenprozessionsspinners besteht als einzige Möglichkeit von Ende April bis ca. Mitte Mai aus der Luft (z.B. Hubschrauber) die frühen Stadien der Larven in den Baumkronen zu behandeln. Auch der Einsatz von Drohnen ist möglich, wenn wegen Bebauung nicht überflogen werden darf.
Nach dem Zeitfenster von Ende April bis Mitte Mai ist nur noch eine Beseitigung der Nester lokal durch physikalische (mechanische) Methoden möglich. Diese sind das Absaugen mit Spezialgeräten oder Bekämpfung durch das Heißschaumverfahren.
Nicht empfehlenswert sind das Abflammen der Nester oder das Entfernen der Nester mit einem Wasserstrahl, da sich bei diesen Methoden die Gifthaare in der Umgebung verteilen.
Besteht auch eine Gefahr für die befallenen Eichen?
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Waldschädling. Die Fraßzeit der Raupen reicht witterungsabhängig von April bis in den Juni und Juli hinein. In dieser Zeit sind die befallenen Eichen einer stärkeren Belastung ausgesetzt. Bei einmaligem Kahlfraß wurden bisher keine nachhaltigen Auswirkungen beobachtet. Durch den langsamen Fraß in den jungen Larvenstadien kann sich die Eiche zunächst weiter ausreichend anpassen. Bei mehrjährigem starken Fraß zeigen sich Vitalitätsverluste und geringere Nachtriebfähigkeit nach Schädlingsfraß. Die Bäume werden anfälliger für andere Schädlinge, einzelne Bäume sterben ab.
Wieso stehen an manchen Radwegen und Spielplätze im Stadtgebiet Warnschilder?
Die Schilder weisen auf die Allergiegefahr durch den Eichenprozessionsspinner hin. Wer mit dem Rad dort vorbei fährt oder dessen Kinder dort spielen, sollte die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, also lange Kleidung tragen, sich nicht unnötig lange aufhalten und sich von den Raupen und Nestern fernhalten. Menschen, die zu starken Allergien neigen und dort regelmäßig entlangfahren, sollten sich eventuell eine Alternative suchen.
Wo bekomme ich weitere Informationen?
Erste Fragen beantwortet das örtliche Umweltamt der Stadt Geesthacht. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin, Ihren Hautarzt oder Ihre Hautärztin. Wenn Straßenrandbereiche außerhalb von Geesthacht befallen sind, wenden Sie sich bitte an den jeweils zuständigen Straßenbaulastträger (Kreisstraßen- und Landesstraßenmeistereien). Weitere ausführliche Informationen finden sich auch im Flyer zum Eichenprozessionsspinner.