SHMF: Geesthacht ganz im Zeichen von Astrid Lindgren
Geesthacht im Festivalsommer: Während der „KulturSommer am Kanal“ in den Endspurt geht (aktuelle Ausstellung im GeesthachtMuseum bis 20.7.) und das Dynabeat Festival sich für eine große Party auf dem Menzer-Werft-Platz vorbereitet (am 7. und 8. August), stand am Wochenende vom 11. und 12. Juli 2026 ganz im Zeichen des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) und der Persönlichkeit Astrid Lindgren.
Am Vormittag startete der Reigen der Veranstaltungen mit einer Sonderedition der Lesefreu(n)de in der Stadtbücherei in Geesthacht (Rathausstraße 58). Bei dem Format treffen sich regelmäßig erwachsene Vorleserinnen und Vorleser mit 5 bis 11 Jahre alten Zuhörerinnen und Zuhörern. Voller Energie erweckten die ehrenamtlichen Vorlesenden Sabine Lehwald, Brigitte Barbara Petersen und Christian Henkel dieses Mal – dem Motto entsprechend - die Geschichten von Pippi Langstrumpf zum Leben. Ganz gebannt seien die Kinder gewesen, auch wenn die Geschichten vor über 80 Jahren veröffentlicht worden sind, so berichteten es die Vorlesenden im Anschluss. Am Ende der Vorlesestunde wurde noch ein Memory zu den Figuren aus den Geschichten gespielt, so dass mittags viele Kinder mit glücklichen Gesichtern den Raum verließen.
Am Nachmittag traf die Honorarkonsulin des Königreichs Schweden, Vivian Hinsen-Paesler, in Geesthacht ein und informierte sich bei Ulrike Neidhöfer vom hiesigen Förderverein des Industriemuseum über den wohl prominentesten Bezug der Stadt Geesthacht zu Stockholm: Alfred Nobel. Er ist gebürtiger Stockholmer und hat in Geesthacht das Dynamit erfunden. „Er hat maßgeblich die Industriegeschichte und Stadtentwicklung Geesthachts geprägt. Ihn schlicht als Rüstungsunternehmer zu sehen, wäre aber zu kurz gegriffen. Er verfügte beispielsweise darüber, dass aus seinem Nachlass nicht nur eine Stiftung zur Förderung der Wissenschaften gegründet werden solle, sondern gerade auch für den Erhalt des Friedens“, ordnet Geesthachts Stadt- und Kulturmanagerin Jeanette van Beek ein. „Ein Thema, das aktueller nicht sein kann, wie es auch die abendliche Lesung im kleinen Theater Schillerstraße (kTS) verdeutlichte. Eine wundervoll facettenreiche Eva Mattes las aus den Tagebüchern von Astrid Lindgren, die das geschehen im Krieg nicht nur klug beobachtet, sondern mit Bezug zu ihrem Alltag und bei aller Dramatik sehr charmant festhält.“ Darius Swinoga begleitete mal auf dem Akkordeon, das er mit vollem Körpereinsatz spielte, und mal am Klavier, wenn Eva Mattes verschiedenste Lieder der damaligen Zeit vortrug.
„Die Intimität des Abends hat das Publikum begeistert – gerade auch, weil die nahbaren Künstlerinnen und Künstler nach dem Konzert noch vor dem kTS signierten und Fotos mit ihren Fans machen“, zieht Jeanette van Beek ein positives Fazit. Zum Ausklang des lauen Sommerabends kamen die Kunstschaffenden, Honorarkonsulin und Festivalvertretende noch auf der Terrasse des Hotels Backbord an der Elbe zusammen. Das Konzert des SHMF, das zum zweiten Jahr in Folge in Geesthacht zu Gast war, wurde von dem LADR Laborverbund Dr. Kramer und Kollegen sowie der Stadt Geesthacht ermöglicht.