Kitaplätze in Geesthacht: So sieht es aktuell aus
Mehr Kita-Plätze als Kinder: Von dieser Entwicklung berichten Medien aus vielen Regionen Deutschland. Das Interesse an dem Thema ist daher groß – nicht nur bei betroffenen Familien, sondern angesichts der angespannten Haushaltslage auch bei vielen weiteren Einwohnenden der Stadt. Stadtpolitik und Stadtverwaltung Geesthachts bringen sich daher stetig auf den aktuellen Stand zu dieser Frage – monatlich berichtet der zuständige Fachdienst Soziales im öffentlichen Fachausschuss über die Entwicklung. Die Zahlen vom Mai zeigen eine positive Entwicklung: Zum Stichtag 19. Mai 2026 überstieg das Platzangebot an Geesthachter Kitas die Anmeldezahlen um 62 Plätze. Am 15. Januar 2026 umfasste dieser „Puffer“ noch 155 Plätze.
Ein Blick auf die Details: Laut Aufstellung der Verwaltung waren im Mai 307 Krippenkinder (unter Dreijährige) und 1047 Elementar-Kinder (Drei- bis Sechsjährige) in Geesthachter Kitas angemeldet. Platz wäre für 325 Krippenkinder und 1091 Elementarkinder. Bei den meisten der freien Plätze kann allerdings nicht von dauerhaften Leerstellen die Rede sein. Ein Teil der Plätze wird bewusst freigehalten, um kurzfristig Handlungsspielraum zu haben. Für weitere derzeit noch offene Plätze liegen bereits Betreuungsverträge mit Familien vor, deren Kinder in den kommenden Monaten an der Kita starten werden oder deren Kinder vom Krippen- in den Elementarbereich wechseln.
„Aktuell sehen die Zahlen gut aus. Sie verändern sich täglich, da die Platzvergabe in den Kitas läuft. Und die Kita-Planung ist und bleibt ein kompliziertes Feld, weil die Entwicklung sehr dynamisch und von vielen Faktoren abhängig ist, auf die wir nur bedingt oder gar keinen Einfluss haben“, ordnet Geesthachts Erste Stadträtin Melanie Grimm-Meyer ein. Insgesamt sei ein gewisser Puffer an freien Plätzen vorteilhaft, weil auf kurzfristige Bedarfe reagiert werden kann. Dies ist zum Beispiel der der Fall, wenn eine Familie nach Geesthacht zieht und kurzfristig einen Betreuungsplatz benötigt oder ein Kitawechsel erforderlich wird. „Zu groß darf dieser Puffer aber nicht werden, da jeder freie Kita-Platz den Haushalt der Stadt Geesthacht belastet. Darum schauen wir uns gerade mit Blick auf die neuen Kitas, die in Geesthacht noch eröffnen werden, die Entwicklungen sehr engmaschig an und besprechen diese auch mit der Kreisverwaltung, deren Aufgabe die Kita-Bedarfsplanung ist“, erklärt Melanie Grimm-Meyer.
Voraussichtlich im August 2026 wird die Kita Kolibri am Weizenring an den Start gehen. Dadurch erweitert sich das Angebot an Plätzen aufwachsend auf zunächst 70 Plätze in drei Krippen- und zwei Elementargruppen. Die Platzvergabe wird in Kürze starten. Insgesamt werden dort mittelfristig 150 Plätze zur Verfügung stehen. Die Kita Naturkinder zieht um und hat angekündigt, ebenfalls im August am neuen Standort in Besenhorst zu öffnen. Außerdem entstehen im Stadtzentrum voraussichtlich ab 2027 durch einen bereits genehmigten Anbau an der Kita St. Barbara 40 neue Betreuungsplätze. „Vorübergehend wird es ein Überangebot von Plätzen geben. Das wurde erkannt und darum wurden und werden nun Maßnahmen ergriffen, damit mittelfristig das Angebot dem Bedarf entspricht“, erklärt Geesthachts Erste Stadträtin Melanie Grimm-Meyer, die als Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice, Ordnung und Soziales für das Thema Kita zuständig ist.
Zunächst wurde beim Kreis Herzogtum Lauenburg antragsgemäß entschieden, alle weiteren Ausbaupläne aus dem Bedarfsplan zu nehmen. Dies bezog auch die konkreten Bauprojekte mit ein, die noch zu stoppen waren. Ferner wurde gemäß Beschluss des Sozialausschusses im November 2025 beim Kreis ein Antrag auf Streichung der übergangsweise errichteten Container-Kitas Edmundsthal (jetzt: Naturkinder, 45 Plätze) und der Kita bei der St. Petri-Kirche (95 Plätze) aus dem Bedarfsplan gestellt. Darüber entscheidet der Jugendhilfeausschuss des Kreises Herzogtum Lauenburg Ende Juni 2026.
Zudem werden Gespräche mit Kita-Trägern fortgeführt, in denen es unter anderem um die Umwandlung bestehender Elementarplätze in Krippen- oder Integrationsplätze geht. Diese werden in Geesthacht nämlich dringend benötigt und zugleich würden Elementarplätze, von denen langfristig ein Überangebot entstehen könnte, abgebaut.
Zum Hintergrund: In den vergangenen Monaten war die Kita-Platzsituation in Geesthacht mehrfach Thema im Sozialausschuss. Denn: Nachdem über Jahre viele Betreuungsplätze fehlten und die Schaffung neuer Plätze Priorität hatte, hat sich die Lage nun verändert. Geesthacht steuert auf eine optimale Versorgungsquote in allen Bereichen (Elementarplätze, Krippenplätze) zu, musste und muss dafür auch weiterhin allerdings an einigen Stellschrauben drehen.
Die Kita-Bedarfsplanung ist Aufgabe des Kreises Herzogtum Lauenburg, in dessen Jugendhilfeausschuss der Kita-Bedarfsplan auch beschlossen wird. Die Stadtverwaltung Geesthacht liefert für die Bedarfsplanung Daten und Informationen zu, die dann gemeinsam mit der Kreisverwaltung in die Rechnungen einbezogen werden. Die Bedarfsermittlung setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:
1) Vorhandene Bevölkerung laut amtlicher Statistik und die anzunehmende Bevölkerungsentwicklung
2) Mehrung dieser Zahl durch den sich aus zusätzlichen Wohneinheiten ergebenden Bedarf
3) Versorgungsquote aus Gesamtkinderzahl im Verhältnis zu Betreuungsplätzen
Ziel ist es, im Kita-Jahr 2027/2028 1185 Ü-3-Plätze in Geesthacht anbieten zu können, was einer Versorgungsquote von 100 Prozent entspricht. Im Krippenbereich sollten 475 Plätze vorgehalten werden, was voraussichtlich einer Versorgungsquote von 60 Prozent entspricht.
„Die Kitabedarfsplanung legt nicht die aktuellen Anmeldezahlen in Geesthachter Kitas zugrunde. Als Stadt sind wir verpflichtet, jedem Geesthachter Kind einen Kindergartenplatz anbieten zu können – ohne zu wissen, ob auch alle Geesthachter Familien ihre Kinder in einer Geesthachter Kita betreuen lassen möchten“, verdeutlicht die Erste Stadträtin die Komplexität der Planung, die noch durch einen weiteren Umstand erschwert wird. Die Stadtverwaltung weiß nicht, wie viele Plätze zu welchem Zeitpunkt konkret in welcher Kita vorhanden sind. Denn Personalnotstände oder bauliche Notwendigkeiten können dazu führen, dass zeitweise Plätze nicht angeboten werden können.