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Wespen: Nester an öffentlichen Orten bitte der Verwaltung melden

Quelle: Stadt Geesthacht

Ein leises Summen, dazu das Gefühl einer leichten Berührung am Arm – Wespen in direkter Nähe lösen bei vielen Personen großen Stress aus. Aktuell sind die Insekten auch im Geesthachter Stadtgebiet vermehrt unterwegs. Denn viele Arten sind beim Nestbau oder haben diesen bereits abgeschlossen und sind nun auf Futtersuche für ihre Brut.

Bitte Ruhe bewahren: Panik ist die falsche Reaktion

Auch beim Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung kommt das Thema Wespen in diesen Tagen häufiger auf den Tisch – denn wenn sich Wespen in öffentlichen Bereichen niederlassen, die von vielen Personen genutzt werden, schaut die Stadtverwaltung ganz genau hin. Wir erklären, was mit Nestern an unliebsamen Orten geschieht und geben Hinweise auf den besten Umgang mit Wespen.

Vorab: Panik ist sicher die falsche Reaktion. Aber was ist zu tun, wenn Wespen da sind?

Das oberste Ziel ist: Ruhe bewahren. Sich vor den Insekten schützen - Fliegengitter sind das Mittel der Wahl. „Nicht nach den Tieren schlagen, keine Limo ohne Trinkhalm. Manche sagen, dass Ablenkungsfütterungen, zum Beispiel ein Teller mit Zuckerwasser, in einiger Entfernung helfen. Das ist denkbar, aber einige Tiere werden dennoch den Weg zum Pflaumenkuchen finden. Und wenn es die Wespen von den übernächsten Nachbarsleuten sind. Die haben ganz bestimmt auch welche, nur haben sie die Nester noch nicht entdeckt“, erklärt Dr. Willi Müller. Er ist Fachberater für staatenbildende Insekten und berät die Stadtverwaltung Geesthacht im Umgang mit Wespen und Co. „Im Hochsommer müssen die Tiere früh raus und kommen erst in der Abenddämmerung zurück. Das sind Tageszeiten, zu denen wir Menschen unser Licht einschalten. Die Tiere fliegen dann in das Licht und kommen so in die Innenräume. Also Licht an, und Fenster zu, in der Dämmerung. Wenn sie schon drinnen sind, dann umgekehrt. Licht aus, und die Fenster weit geöffnet.“

Stadtverwaltung prüft Umgang mit Wespennestern an öffentlichen Orten

Wer ein Nest bei sich entdeckt hat, kann versuchen die Tiere vom eigenen Bewegungsraum wegzuleiten. Dafür kann beispielsweise ein Sonnenschirm so positioniert werden, dass die Tiere aus ihrem Einflugloch nach oben oder zur Seite fliegen müssen. „Aber die Tiere brauchen ein bis zwei Tage, um sich daran zu gewöhnen“, sagt Dr. Willi Müller. Klappt das nicht, können Fachleute zum Umsiedeln des Nestes beraten. Und genau das war diesen Sommer auch schon am Sportplatz in Grünhof-Tesperhude angezeigt. Dort hatten Sächsische Wespen sich einen Holzbalken unter einem Dachüberstand als Nistplatz ausgesucht. Das Nest wurde umgesiedelt, weil der Bereich von vielen Freizeitsportlerinnen und -sportlern genutzt wird.

2025 hatten Hornissen sich eine der Tischtennisplatten am Menzer-Werft-Platz als Domizil erwählt. Unterhalb der Spielplatte hing ein stattliches grau-braunes Nest von etwa 20 Zentimetern. Eine Fachfirma wurde mit der Umsiedlung des Nestes beauftragt.  Auch ein Nest der Gemeinen Wespe, das sich im Boden auf dem Menzer-Werft-Platz zwischen dem Strandweg und der Dirt-Bike-Strecke neben einer metallenen Sitzbank befand, wurde im Juli 2025 umgesiedelt. Bei Hornissennestern wird zwischen der Europäischen Hornisse und der Asiatischen Hornisse unterschieden. Die Asiatische Hornisse ist eine eingewanderte invasive Art, die von den Naturschutzämtern bekämpft wird. In Schleswig-Holstein wurden bislang nur wenige Nester gemeldet.

Die Europäische Hornisse dagegen ist gesetzlich streng geschützt. Deshalb wird zunächst ebenfalls versucht, die Tiere zu schonen und wenn erforderlich umzusiedeln. „Grundsätzlich sind Hornissen friedlich und nicht aggressiv. Ein Hornissenstich stellt in der Regel keine besondere Gefahr dar, denn das Hornissengift ist nicht toxischer als das von Bienen“, sagt Vanessa Álvarez vom Fachdienst Umwelt des Geesthachter Rathauses. Eine Fachfirma wurde mit der Umsiedlung des Nestes beauftragt. Auch ein Nest der Gemeinen Wespe, das sich im Boden auf dem Menzer-Werft-Platz zwischen dem Strandweg und der Dirt-Bike-Strecke neben einer metallenen Sitzbank befand, wurde im Juli 2025 umgesiedelt.

Wespen und Hornissen sind noch bis in den Oktober aktiv

„Wir werden noch bis in den September/Oktober mit Wespen- und Hornissennestern zu tun haben. Im Herbst verlassen die befruchteten Königinnen das Nest und das Volk stirbt ab. Das Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder besiedelt und kann dann gefahrlos selbst beseitigt werden. Grundsätzlich freuen wir uns, wenn die Insekten sich in Geesthacht wohlfühlen – das ist ja auch ein Zeichen dafür, dass die Tiere bei uns einen intakten Lebensraum vorfinden, was unser Ziel ist. Wenn die Insekten aber in stark genutzten, öffentlichen Bereichen ihre Nester bauen, müssen wir uns das anschauen und gemeinsam mit weiteren Fachleuten die Situation bewerten“, sagt Vanessa Álvarez.

Wer Wespen- oder Hornissennester im öffentlichen Raum entdeckt, melde diese unter umwelt@geesthacht.de oder 04152 13336. Wichtig für die Einordnung: Hornissen, Hummeln und Wespen stehen unter besonderem Schutz. Ein bewohntes Nest zu entfernen, ist darum nicht nur wegen der Verletzungsgefahr nicht zu empfehlen - wer diese Insekten einfängt, tötet oder auf eigene Faust ein Nest entfernt, kann mit Bußgeldern belangt werden.

Auch Wespen haben ihre Rolle im Naturkreislauf

Und: Auch die stechenden Insekten erfüllen ihre Rolle im Naturkreislauf. Wespen ernähren ihre Brut unter anderem von Fliegen, Mücken, Blattläusen, Motten und Raupen. Zudem tragen sie zur Bestäubung von Pflanzen bei.

Wer gestochen wird, sollte die betroffene Stelle kühlen. Zu Medikamenten, die den Schmerz lindern, beraten Mitarbeitende von Apotheken und Ärzte. Besondere Vorsicht gilt bei Allergikern, Kleinkindern, Schwangeren sowie Stichen in den Hals.