Inhalt

Krümmeler Wasserturm

Über die verbliebenen Relikte der Krümmeler Dynamitfabrik von Alfred Nobel wuchert heute üppiges Grün. Ein äußerlich überwiegend intaktes Stück Industriegeschichte überragt selbst die Natur auf imposante Weise: Zwischen der Silhouette des Kernkraftwerks und dem Gelände der Helmholtz-Zentrums Hereon hebt sich über den Baumwipfeln der Kopf des Krümmeler Wasserturms mitten aus dem Wald heraus. In dem weitläufigen Areal erfand Alfred Nobel 1866 das Dynamit. Er legte damit den Grundstein zu einem brisanten Stück Industriegeschichte in Geesthacht. Am Elbufer entstand eine von zwei Rüstungsfabriken in Geesthacht, die in den beiden Weltkriegen das Höchstmaß der Produktion erreichten.

Der 30 Meter hohe Turm ist eines der letzten Originalbauwerke einer explosiven Geschichte. Der verklinkerte Stahlbetonbau am Geesthang entstand zwischen 1916 bis 1917 und gilt als bautechnische Meisterleistung im sogenannten Hindenburg-Bauprogramm. Seinerzeit versorgte der Turm einen Nitrozellulosebetrieb mit Wasser. Als nach dem Krieg die Werke Schritt für Schritt demontiert wurden, verlor der Turm seine Aufgabe - und fiel in einen Dornröschenschlaf. Heute steht der in die Jahre gekommene Turm am Rande des weitläufigen Kernkaftwerks-Geländes. Er ist ein Refugium für Fledermäuse und sogar Brutplatz für den scheuen Uhu. Historische Spaziergänge zum Wasserturm und über das Gelände der ehemaligen Dynamitfabrik werden regelmäßig vom Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e.V. durchgeführt.