Brand an Bertha-von-Suttner-Schule und Zukunft des Krankenhauses
Liebe Geesthachterinnen und Geesthachter,
die Ereignisse überschlagen sich in unserer Stadt derzeit: Geesthacht ist Thema in lokalen und überregionalen Medien – weil die Zukunft des Geesthachter Krankenhauses unsicher scheint und weil es an einer unserer Schulen gebrannt hat.
Ich möchte dieses Forum nutzen, um die zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen – was bei diesen Themen sehr verständlich ist – um eine sachliche Darstellung des Ist-Zustands zu ergänzen.
Zur Bertha-von-Suttner-Schule: Am vergangenen Sonntag, 2. November, hat es im Biologieraum des Naturwissenschaftlichen Trakts der BvS gebrannt. Die Geesthachter Feuerwehr und umliegende Wehren waren sehr schnell vor Ort und haben eine tolle Arbeit gemacht. Die Flammen sind aus dem NaWi-Trakt zwar nicht auf das angrenzende Hauptgebäude übergegangen. Dennoch ist das Hauptgebäude stark verrußt, sodass an Unterricht in diesem Gebäude derzeit nicht zu denken ist. Das Team der Stadtverwaltung hat gemeinsam mit der Schulleitung und den Verantwortlichen der benachbarten Grundschule in der Oberstadt (Gido) innerhalb kürzester Zeit eine Lösung dafür gefunden, nachdem am Sonntag plötzlich Unterrichtsräume für 670-BvS-Schülerinnen und -Schüler fehlten. Vielen Dank an alle, die zu dieser Lösung beigetragen haben und die in den kommenden Wochen und Monaten ein Stück ihres Komforts aufgeben werden, um für die Jahrgänge 5 bis 9 der Bertha-von-Suttner-Schule Unterricht möglich zu machen! Sie werden – so die kurzfristige Lösung – zeitlich befristet im Kubus der Gido unterrichtet. Weil dort nicht ausreichend Platz für alle von den Brandschäden betroffenen Klassen ist, wird Wechselunterricht notwendig. Während die eine Hälfte der Schülerinnen und Schüler im Kubus lernt, wird die andere Hälfte per Distanzunterricht in Onlineformaten unterrichtet. Im Anschluss tauschen die Gruppen, so dass alle Schülerinnen und Schüler wechselnd in Präsenz und online unterrichtet werden. Das ist die beste der Möglichkeiten, die rasch umgesetzt werden können. Denn wir haben in Geesthacht keine Immobilien, in denen ad hoc alle Schülerinnen und Schüler der betroffenen Jahrgänge der BvS gemeinsam unterrichtet werden könnten. Die Kinder und Jugendlichen auf mehrere Standorte in der Stadt zu verteilen, ist aus organisatorischen Gründen keine Option. Die Fahrzeiten der Lehrerenden zwischen den Standorten sowie der Schulbusverkehr sind nur zwei Beispiele, die in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden müssten und die die Stundenpläne der Schule sprengen würden. Mittelfristig werden auf dem Sportplatz der Schule Container aufgestellt. Diese sollen die Zeit überbrücken, die wir brauchen, um zu klären, was mit den beschädigten BvS-Gebäuden geschehen soll und um diese Pläne umzusetzen.
Zum Krankenhaus möchte ich nur wenige Sätze sagen: Viele Geesthachterinnen und Geesthachter machen sich Sorgen um die Zukunft des Geesthachter Krankenhauses – ich auch. Und ich sage an dieser Stelle nochmals deutlich: Gemeinsam mit den Geesthachter Fraktionen der Ratsversammlung werde ich mich weiterhin für den Erhalt aller bestehenden Fachabteilungen des Geesthachter Krankenhauses einsetzen. Das Krankenhaus ist wichtig für die gesamte Region – und das sehen nicht nur wir Geesthachterinnen und Geesthachter so. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat angekündigt, das Krankenhaus in die eigene Krankenhausbedarfsplanung aufnehmen zu wollen. Das Land Schleswig-Holstein hat erst diese Woche die Aussage erneuert, dass man hinter dem Krankenhaus stehe und es den Versorgungsauftrag für die Region innehat. Darüber hinaus habe ich mich dafür eingesetzt, dass eine Kooperation zwischen der Vamed-Klinik und dem Krankenhaus Geesthacht geschlossen werden sollte, um die Geburtshilfe durch eine kinderärztliche Versorgung zu stärken. Dafür habe ich alle Beteiligten an einen Tisch gebracht und aktiv die Entwicklung gemeinsamer Ideen unterstützt. Es gibt viele Gründe für das Krankenhaus zu kämpfen und Ideen es noch breiter aufzustellen.
Ihr Bürgermeister
Olaf Schulze
(erschienen am 8. November 2025 im Wochenend-Anzeiger)