Gewalt an Schulen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem
Liebe Geesthachterinnen und Geesthachter,
wir haben bewegende Zeiten vor und hinter uns. Viele von uns stehen noch immer unter dem Eindruck der schrecklichen Geschehnisse, die sich vor mehreren Tagen in der Nähe unserer Bertha-von-Suttner-Schule ereignet haben. Ein Schüler hat einen anderen mit einem Messer verletzt, Mitarbeitende der Stadt leisteten Erste Hilfe. Viele Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Betreuerinnen und Betreuer haben den Vorfall gesehen, haben von ihm gehört oder sind in anderer Weise betroffen. Die Geschehnisse schlagen hohe Wellen – und das zu Recht. Jeder Vorfall dieser Art ist einer zu viel. Betonen möchte ich an dieser Stelle dennoch: Die Geesthachter Schulen und die Bertha-von-Suttner-Schule haben kein größeres Gewaltproblem als viele andere Schulen landes- und bundesweit. Gewalt an Schulen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das auch gesamtgesellschaftlich gelöst werden muss. Und wenn aufgrund des Vorfalls an unserer Schule – so schrecklich das auch ist, dass es hier passiert ist – das Thema nun wie angekündigt im Landtag und an anderen zuständigen Stellen diskutiert und Maßnahmen verabredet werden, ist das bei aller Tragik eine gute Entwicklung.
Als Stadt Geesthacht haben wir sehr schnell nach dem Vorfall gehandelt: Wir haben unsere Einwohnenden und Mitarbeitenden informiert, uns vor Ort ein Bild gemacht und Betroffenen Hilfe an die Seite gestellt. Zudem ist – vorerst zeitlich befristet – ein Sicherheitsdienst vor Ort. Die Stadtverwaltung ist fortwährend mit der Polizei und der Schule im Gespräch, um die Situation an der Schule auszuwerten und gegebenfalls Maßnahmen anzupassen. Zudem haben wir uns mit den Schulleitungen der Geesthachter Schulen, den Schulbehörden (Kreis und Land) sowie der Polizei zusammengesetzt, um über Wege zu sprechen, wie die Situation an den Schulen verbessert werden kann. Sie sehen, wir nehmen das Thema sehr ernst. Gewalt ist immer der falsche Weg, um sie künftig möglichst zu verhindern, sind wir alle gefragt.
Wichtig ist mir an dieser Stelle nun noch der Hinweis auf zwei wichtige Termine: Am 9. Juni startet unser diesjähriges Stadtradeln. Die Auftakttour beginnt um 11 Uhr am Menzer-Werft-Platz. Fahren Sie mit uns Fahrrad, sammeln Sie in den kommenden drei Wochen ordentlich Fahrradkilometer und setzen wir so gemeinsam ein Zeichen für den Klimaschutz. Weitere Informationen zur Aktion und zur Teilnahme finden Sie unter www.geesthacht.de. Und: Gehen Sie bitte vor oder nach dem Fahrradfahren wählen! Am 9. Juni ist Europawahl. Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet.
Ihr Bürgermeister
Olaf Schulze
(erschienen am 8. Juni 2024 im Wochenend-Anzeiger)