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Krankenhaus ist von entscheidender Bedeutung für Geesthacht

Liebe Geesthachterinnen und Geesthachter,

in den vergangenen Tagen hat unsere Stadt überregional Schlagzeilen gemacht: Für das Johanniter Krankenhaus wurde Insolvenz angemeldet. Diese Nachricht stimmt viele Einwohnerinnen und Einwohner unserer Stadt und der Region sorgenvoll – mich auch. Gemeinsam mit der Stadtpolitik hat die Verwaltung sich bereits öffentlich zu dem Krankenhaus-Standort Geesthacht bekannt und gefordert: Das Krankenhaus muss mit vielen Fachabteilungen erhalten bleiben. Aktuell profitieren wir hier von kurzen Wegen. Wir haben im Ernstfall eine Notaufnahme vor Ort und eine Anlaufpraxis, die uns außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Arztpraxen versorgt.  Im Geesthachter Krankenhaus ist die einzige verbliebe Entbindungsstation des Kreises Herzogtum Lauenburg – 700 Kinder werden dort jedes Jahr geboren. Darüber hinaus bietet das Johanniter Krankenhaus eine psychiatrische Versorgung und das Brustzentrum für den Südkreis sowie viele Fachabteilungen wie Inneres, Kardiologie und Chirurgie. Wenn diese Einrichtung nicht in ihrem bisherigen Umfang erhalten werden kann, trifft uns das in mehrfacher Hinsicht – weil sich die gesundheitliche Versorgung der Menschen der Region verschlechtert und weil an dem Krankenhaus mehr als 600 Arbeitnehmende beschäftigt sind. Viele von uns haben zudem eine emotionale Verbindung zu dem Krankenhaus: Freunde, Bekannte und Familienangehörige wurden dort behandelt. Geschwister, Kinder und Enkelkinder wurden dort geboren – ich auch. Das Krankenhaus ist von entscheidender Bedeutung für Geesthacht und weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Als Stadt – und ich möchte betonen, dass Politik und Verwaltung in der Sache einig sind - werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, dass das Krankenhaus Geesthacht und dessen medizinische Versorgung der Region erhalten bleiben. Aber zur Wahrheit gehört an dieser Stelle auch: Unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Die Krankenhausversorgung der Einwohnenden zu sichern, ist nach Landeskrankenhausgesetz Aufgabe von Land und Kreis bzw. der kreisfreien Städte. Unser Handeln muss sich demnach auf anderer Ebene abspielen. Wir haben beispielsweise auf politischer Ebene bereits Gespräche geführt. Diese werden auch fortgesetzt. Zudem werden wir externe Fachkompetenz hinzuziehen, so dass wir inhaltlich etwas zur Neuaufstellung des Krankenhauses beitragen können. Ziel wird es in den kommenden Tagen und Wochen sein, gemeinsam mit Kreis, Land und interessierten Dritten auszuloten, wie das Krankenhaus am jetzigen Standort fortgeführt werden kann. Wir wollen und wir brauchen dieses Krankenhaus hier.

Ihr Bürgermeister
Olaf Schulze

(erschienen am 28. September 2024 im Wochenend-Anzeiger)