Letztes Baby in Geesthachts Geburtsstation geboren
Liebe Geesthachterinnen und Geesthachter,
wir haben emotionale Tage hinter uns. Ende letzter Woche haben die Betreiber des Krankenhauses angekündigt, dass die Geburtshilfe und die Notaufnahme früher geschlossen werden als zunächst angekündigt. Uns alle hat es enttäuscht als klar war, dass diese zentralen Stationen Ende März 2026 schließen. Nun also noch eher... Für die Menschen in Geesthacht und dem weiteren Umland bedeutet das, harte Einschnitte. Rettungswagen werden längere Strecken in die nächste Notaufnahme fahren müssen. Vor Ort haben wir keine Anlaufstelle mehr, in der uns rund um die Uhr kompetent geholfen wird – bei Verletzungen, Schmerzen oder unklarem Krankheitsgefühl. Für werdende Eltern sind es Tage der Unsicherheit. Geplante Geburten, die im Geesthachter Krankenhaus stattfinden sollten, wurden kurzfristig abgesagt. Frauen müssen für die Entbindungen ihrer Kinder nun weitere Wege in Kauf nehmen, denn in Geesthachts Geburtsstation wurde bereits das letzte Baby geboren. Generationen haben ihre Kinder im Geesthachter Krankenhaus geboren – das ist nun vorbei, es wird in keinem Personalausweis mehr „Geburtsort Geesthacht“ stehen. Familiengeschichten der Region werden künftig anders geschrieben – und die Verbundenheit mit der Stadt Geesthacht wird eine andere sein. Und das hätten wir als Stadt gerne verhindert. Politik und Verwaltung waren bereit dazu und haben im Rahmen des Insolvenzverfahrens ein Angebot abgegeben, dessen Konzept vorsah, dass alle Stationen erhalten bleiben. Leider ist unser Angebot nicht angenommen worden und es ist nun unsere Aufgabe uns dafür einzusetzen, dass an dem verbliebenen Gesundheitsstandort am Runden Berge möglichst viele Angebote erhalten bleiben und das Portfolio möglichst noch erweitert wird.
Weitere Aufregung löste in den vergangenen Tagen ein Einsatz von Rettungskräften an der Alfred-Nobel-Schule (ANS) aus. Dort war offenbar Reizgas versprüht worden. Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen waren vor Ort. Was genau passiert ist, wird aufgearbeitet. Ich habe mir vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und bin mit der Schulleitung sowie den für das Fachgebiet zuständigen Verwaltungsmitarbeitenden im Gespräch.
Eine gute Nachricht zum Schluss, die ebenfalls viele Personen emotional treffen dürfte: Die Geesthachter Wärderstraße ist nach Monaten der Sperrung wieder freigegeben. Die Arbeiten sind abgeschlossen, Verkehrsteilnehmende haben freie Fahrt. Viele von Ihnen haben sich sicherlich über die lange andauernde Sperrung und die damit einhergehenden Umwege geärgert. Wir wissen alle: Die Weiterentwicklung von Infrastruktur sowie ihre Reparatur ist meist mit vorherigen Einschränkungen verbunden: Für Straßenarbeiten werden meist Sperrungen notwendig. Ich möchte darum weiterhin für Verständnis werben, wenn die nächsten Baustellen anstehen. Wir versuchen alle, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten – und am Ende der Arbeiten soll eine Verbesserung stehen.
Ihr Bürgermeister
Olaf Schulze
(erschienen am 28. März 2026 im Wochenend-Anzeiger)