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Die Kommunen sind am Limit - auch Geesthacht

Liebe Geesthachterinnen und liebe Geesthachter,

Deutschland schwitzt. Die Temperaturen sind in den vergangenen Tagen teils über die 30-Grad-Marke geklettert – im Schatten wohlgemerkt. Solche Hitzetage bedeuten für jeden Einzelnen von uns eine Herausforderung. Auch die Personen, die grundsätzlich gut mit hohen Temperaturen zurechtkommen, sollten Getränke griffbereit haben, an Sonnenschutz und ausreichend Pausen denken. Für Senioren, Kinder und gesundheitlich angeschlagene Personen können die Temperaturen beispielsweise Kreislaufprobleme, Schwäche oder Dehydration mit sich bringen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat in einem Info-Papier Tipps zu Vorsorge und Selbsthilfe zusammengetragen, wie wir Hitzetagen begegnen können. Auf der Website der Stadt Geesthacht (https://www.geesthacht.de/Unser-Geesthacht/Aktuelles/Hitze) haben wir die Broschüre des Bundesamtes für Sie hinterlegt. Thematisiert wird darin unter anderem auch, was gute Durstlöscher sind, dass sich Hitze auch auf die Dosierung von Medikamenten auswirken kann und was Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Verdacht auf Überhitzung sein können. Schauen Sie gerne mal in die Informationsbroschüre hinein.

Nun möchte ich noch auf ein weiteres vermeintlich trockenes Thema aufmerksam machen: Der 22. Juni wurde zum Aktionstag „Die Kommunen sind am Limit“ ausgerufen. Was sehr theoretisch klingt, betrifft uns alle. Denn ein Problem, das seit Jahren bekannt ist, spitzt sich immer weiter zu: Es werden immer mehr Aufgaben an die Kommunen übertragen ohne für eine auskömmliche Finanzierung zu sorgen UND während Kosten in vielen Bereichen steigen, werden die entsprechenden Finanzierungstöpfe nicht angehoben. Das Ergebnis sind finanziell schlecht dastehende Kommunen, die teils Pflichtaufgaben nicht mehr stemmen können und an freiwillige Ausgaben, die den Alltag der Einwohnenden erleichtern und attraktiver machen würden, ist mancherorts nicht mehr zu denken. Diese Problematik, die auch ich seit Jahren öffentlich anspreche und an Land wie Bund adressiere, war Thema des Aktionstages, an dem sich der Kreis Herzogtum Lauenburg beteiligt hat. Stefan Bohlen, Vorsitzender des Städtebundes Schleswig-Holstein und selbst Bürgermeister in Kaltenkirchen, formuliert es so: „Unseren Kommunen steht das Wasser nicht mehr bis zum Hals – wir schlucken bereits!“ Und auch der Kreis Herzogtum Lauenburg ist von der dramatischen Finanzsituation betroffen. Vergangenes Jahr musste er bereits eine Haushaltssperre verhängen. Geld musste eingespart werden – unter anderem mussten Eltern einen Eigenanteil für die Busfahrkarten von Schülern übernehmen, bei Kultur- und Sportförderung wurde gekürzt.

In Geesthacht stehen uns im Herbst auch schwierige Haushaltsberatungen bevor. Denn auch bei unseren Stadtfinanzen müssen wir uns genau überlegen, was wir uns noch leisten können und wollen. Beim bundesweiten Aktionstag formulierten die Kommunen konkrete Lösungsansätze:

1. „Wer bestellt, bezahlt“ – wenn Bund und Länder neue Aufgaben beschließen, müssen sie die Finanzierung vollständig und dauerhaft sicherstellen

2. Kommunen brauchen Gestaltungsspielraum – die Probleme vor Ort können am besten durch die Menschen vor Ort gelöst werden.

3. Kommunen brauchen Entlastung – der kommunale Anteil an der Umsatzsteuer sollte für einen befristeten Zeitraum auf 10 Prozent angehoben werden. Damit könnten rund 30 Milliarden Euro für die dringend benötigte Entlastung der Haushalte mobilisiert werden.

Hoffen wir, dass Geesthacht durch beide Themen gut hindurchkommt: Durch die Hitze und die schwierigen finanziellen Zeiten!

Ihr Bürgermeister
Olaf Schulze

(erschienen am 27.06.2026 im Wochenend-Anzeiger)