Zahlen standen in unserer Stadt im Zentrum langer Diskussionen
Liebe Geesthachterinnen und Geesthachter,
in den vergangenen Tagen standen Zahlen in unserer Stadt im Zentrum langer Diskussionen. Denn der Finanzausschuss hat getagt. Rund zehn Stunden lang haben sich Vertretende der Fraktionen der Geesthachter Ratsversammlung mit der Stadtverwaltung über die Finanzplanung 2026 ausgetauscht. Wofür werden wir im kommenden Jahr Geld ausgeben? Und welche Leistungen können wir uns vielleicht nicht wie in den vergangenen Jahren leisten?
Die Situation von vielen Kommunen in Schleswig-Holstein ist gerade schwierig, einige können ihren Pflichtaufgaben bereits nicht mehr nachkommen. In Geesthacht sind wir noch nicht so weit, aber auch wir haben mit sinkenden Einnahmen und zugleich steigenden Ausgaben zu kämpfen. Unsere Gewerbesteuereinnahmen liegen beispielsweise 2025 unter den Erwartungen und auch die prognostizierten Zahlen für 2026 werden voraussichtlich keine wesentliche Entspannung bringen. Wir müssen also genau schauen, welche freiwilligen Leistungen wir weiterhin umsetzen und wie wir unsere Einnahmen erhöhen können.
Die ersten Konsequenzen deuten sich bereits an: Im Vorfeld der Finanzausschussitzung hat die Stadtverwaltung bereits den Rotstift angesetzt und für viele Posten weniger Geld angesetzt, als es vorherige Rechnungen angezeigt hätten. Einige neue Stellen, die die Stadtverwaltung für 2026 weiterhin einwerben wollte, sind von der Politik in ihrer Sitzung am 10. November nicht genehmigt worden. Gelder für einige Projekte, die eigentlich für 2026 vorgesehen waren, werden eventuell in ein Folgejahr verschoben. Der Finanzausschuss hat in seiner ganztägigen Sitzung bereits einige Pflöcke eingeschlagen. Nun wird der Haushaltsplanentwurf, der in dieser Woche beschlossen wurde, Grundlage für weitere Diskussionen sein. Die Fraktionen werden sich das Zahlenwerk nochmals anschauen und nach weiteren Einsparpotenzialen suchen. Am 5. Dezember 2025 wird die Endfassung des Haushalts 2026 dann beschlossen. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Geesthachter Rathaus und ist öffentlich. Kommen Sie also gerne vorbei und verfolgen Sie die Diskussionen vor Ort. Wem der Weg ins Rathaus nicht möglich ist, der kann sich über die Online-Plattform Youtube zuschalten. Dort wird die Sitzung live übertragen.
Noch ein Satz zum weiteren Prozedere: Der Haushalt 2026 wird zwar im Dezember von der Ratsversammlung beschlossen. Das heißt aber noch nicht, dass die dort vorgesehenen Gelder auch direkt für die zugeordneten Projekte ausgegeben werden können. Zuerst muss das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein dem Zahlenwerk noch zustimmen. Erst wenn die Genehmigung aus Kiel vorliegt, kann das Geld vor Ort ausgegeben werden.
Ihr Bürgermeister
Olaf Schulze
(erschienen am 15. November 2025 im Wochenend-Anzeiger)