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Diskussionsbeitrag zu diesem Artikel

 

  Krüger, Carsten Adolf „Senator“ (Kommunalpolitiker)


Carsten Adolf „Senator“ KrügerAm 23. Januar 1847 wurde Carsten Adolf Krüger als zweiter Sohn des Johann Carsten Krüger, der Enkel von Johann Kroeger, geboren. Wie sein fünf Jahre älterer Brüder, Johann Heinrich, begann Carsten Adolf nach der Schulzeit eine Tischlerlehre in der Familienwerkstatt. Wegen eines Augenleidens gab er jedoch die Lehre auf und befasste sich mit dem Korbweidengeschäft, das in Geesthacht eine Blütezeit erlebte.

 

1875 baute er ein Haus am Trift, zog aus dem Familiensitz aus (der ältere Bruder setzte die Familientradition fort) und heiratete 1876 aus einem alten Geesthachter Geschlecht Catharina Zeyn. Die 1877 und 1879 geborenen Kinder dieser Ehe starben beide jedoch innerhalb von 14 Tagen während einer Diphtherieepidemie im Jahre 1886. In seinen Lebenserinnerungen schreibt der trauernde Vater: „Mit einem Schlag waren alle unsere Hoffnungen begraben, und mein Geschäft (ich hatte damals schon ein gutgehendes Import- und Exportgeschäft in Korbweiden und Körben), das ich im Juni 1880 im Handelsregister eintragen ließ, hatte nicht den geringsten Reiz mehr für mich. Ich war froh, als im Jahre 1887 mehrere meiner Freunde mich baten, an einer Versammlung teilzunehmen, um das Eisenbahnprojekt Bergedorf-Geesthacht aufzunehmen und zu fördern“.

Diese Versammlung bestimmte sein weiteres Leben. Für das Bahnprojekt setzte er sich nachhaltig ein. Ihm gebührt die Ehre, die Menschen in Geesthacht für die Vorzüge der Bahnlinie zu überzeugen. Carsten Adolf Krüger wurde Mitglied des Aufsichtsrates der 1905 gegründeten Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn-Gesellschaft, ein Amt, das er über 20 Jahre mit Leidenschaft innehatte. 1906 nahm die Bahn den Betrieb auf. Sie entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer der erfolgreichsten Kleinbahnlinien im Deutschen Reich.

 

Carsten Adolf übernahm weitere Ämter und Aufgaben in der Gemeinde. 1889 wählte man ihn in den Gemeindevorstand, zwischen 1901 und 1904 war er Gemeindevorsteher. Zwischenzeitlich hatte er sein Geschäft aufgegeben und befasste sich in der Folgezeit mit Versicherungen und Bankgeschäften. Er war maßgeblich an der Gründung der „Geesthachter Spar- und Leihkasse von 1899“ beteiligt sowie an der Einführung eines Orts-Fernsprechnetzes im gleich Jahr. Als Vorsitzender des Bürgervereins für über 25 Jahre sowie als Mitglied in zahlreichen weiteren Vereinen (Liedertafel, Kegelklub, Radfahrerverein, Jagdgenossenschaft) gehörte er zu den einflussreichen und geachteten Persönlichkeiten der aufstrebenden Gemeinde zwischen 1885 und 1914. 

 

In Anerkennung seiner Verdienste für das Gemeinwohl verlieh ihm der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Senatsplakette. Dieser Ehre ist es zu verdanken, dass er in der Bevölkerung den Beinamen „Senator“ bekam.

Carsten Adolf Krüger starb am 3. Dezember 1930 im 84. Lebensjahr.

 



 

Erstellt am: 06.06.06 / Aktualisiert am: 12.01.07
Autor: Dr. William Boehart,
Literatur / Quelle: Lauenburgische Heimat, Heft 67, S. 26-28