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Dänenheim

Eine "dänische" Insel 

"Dänenheim“ sagt jeder in Börnsen zur stattlichen Villa am Dänenkamp. Eigentlich müsste es "Stift Rosenborg“ heißen, aber das wäre wohl etwas umständlich. Es handelte sich um eine soziale Stiftung dänischen Rechts zur Unterbringung alter Däninnen und Dänen, die meist in Deutschland lebten und plötzlich allein und unversorgt da standen.
Das Hauptgebäude, eine "Villa“ im Stil der Gründerzeit, hatte ursprünglich ein Glasfabrikant aus Hamburg, Walter Heinrich Hermann, bauen und das Hanggründstück zur prächtigen Parkanlage umgestalten lassen. Man erzählt, dass er vierspännig, von Bergedorf kommend, den neu angelegten Weg hinauf fuhr. Nach dem Ersten Weltkrieg gingen, bedingt durch die Inflationszeit, zahlreiche große Anwesen in anderen Besitz über, so auch das Haus in Börnsen. Das "Stift Rosenborg“ – benannt nach einem Kopenhagener Schloss – entstand 1922 durch die Bemühungen des langjährigen dänischen Generalkonsuls in Hamburg M.L. Yde, der eine Ruhestätte für seine älteren bedürftigen Landsleute schaffen wollte. Mehr als 2.000 Dänen waren allein in Hamburg polizeilich registriert. Das Gelände umfasste etwa 84.000 Quadratmeter Grund und Boden. Etwa 50 Dänen lebten dort, dazu kam ein Personalstab von zehn Leuten aus Börnsen und Escheburg, die für Küche und Keller, Speiseraum, Flure und Zimmer zuständig waren. Das „Dänenheim“ war bestrebt, unabhängig zu sein. So gab es im ersten Stock über einem Lagerraum eine eigene Kirche. Nach dem Kriege, als die Börnsener Bevölkerungszahl sich fast verdoppelt hatte, wurde diese Kirche von der evangelischen Kirchengemeinde mitbenutzt. Das Heim entging nur knapp einer totalen Katastrophe, als ein englisches Flugzeug in den Wald neben den Quellteichen abstürzte.
Während der 1950er Jahren kamen immer weniger Dänen in das Heim. Dänemark bot Hamburg den Ankauf der Einrichtung an, die Hansestadt winkte jedoch ab. Es kam nach 1965 zum Verkauf und zur Parzellierung des Areals. Die Straßenführungen „Dänenkamp“ und „Dänenweg“ erinnern an das alte Heim.

Erstellt am:

19. September 2012

Aktualisiert am:

19. September 2012

Autor:

Dr. Wlliam Boehart

Literatur / Quelle:

Buch Spurensuche - ISBN 978-3-923952-15-1
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