Hilfsnavigation
Rathaus
© Stephan Darm 
Quickmenu
Volltextsuche
Icon FacebookIcon TwitterIcon FlickrHilfe
Seiteninhalt

Familie Elvers


Vier Mitglieder dieser seit mindestens der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Geesthacht ansässigen Familie, nämlich Carsten, Hans, Johan und Jürgen Elvers, lebten 1644 im Dorf. Der Name Elvers taucht erstmals 1570 in den Quellen auf; damals gehörte ein Benedict Elvers zu den schoßpflichtigen Eigentümern im Dorf. 1605 werden als Zeugen vernommen Baltzer und Hans Elvers, 40 und 36 Jahre alt, also um 1560 und 1569 geborene Söhne wohl von Benedict Elvers. Aus der Liste der Eheschließungen geht hervor, dass zwei namentlich nicht genannte Töchter von Baltzer Elvers heirateten, die eine am 4. Oktober 1617 Peter Eckerman, die andere am 10. Oktober 1623 Hans Müscke. Von Benedict Elvers war die Hufe vermutlich auf den älteren Sohn Baltzer Elvers übergegangen; dafür spricht auch, dass Baltzer 1618 nicht nur, wie die meisten Zahler, vier, sondern acht Schillinge Verbiddelgeld zahlte.

In der Schadensmeldung von Carsten Elvers ist ein Gesamtverlust von 660 Mark angegeben. Er war also einer der Hufner im Dorf und wahrscheinlich ein Sohn von Baltzer Elvers. Allein Carsten Elvers Verlust an Roggen hatte einen Wert von 225 Mark; darüber hinaus verlor er zwei größere und einen kleineren Wagen sowie (das Lösegeld für) 16 Ochsen. Auch der auf mehr als 100 Mark taxierte Wert des aus seinem Hause geraubten Bettzeugs, der Haushaltsgeräte, von Kleidung und Stoffen (Beiderwand) erscheint beträchtlich. Darunter befanden sich Gegenstände von besonderem Wert, nämlich „feines gezeuch“ und eine „raphen Plate“, d. h. eine Schmuckplatte oder ein Brustharnisch. Einen Hinweis auf die Existenz von Ehefrau und Kindern gibt es in der Schadensmeldung nicht; allerdings auf eine in seinem Haushalt lebende Schwester, deren Verluste an Bettzeug, Laken, Bargeld (sechs Reichstaler) und Gerste extra ausgewiesen sind. Ob die Wetken Elvers, die 13 Jahre später, am 1. Oktober 1657, Hein Reimers heiratete, vielleicht diese Schwester von Carsten Elvers war, muss offen bleiben.

Ebenso unbekannt ist, ob der in dem Schadensverzeichnis aufgeführte Hans Elvers identisch war mit dem Mann gleichen Namens, der 1618 als Zahler von Verbiddelgeld genannt wurde. Wenn das der Fall war, war er 1644 ein alter Mann von ca. 75 Jahren. In dem Verzeichnis von 1644 ist der Gesamtschaden des Kätners Hans Elvers mit 64 Mark und 8 Schillingen angegeben; eine Summe, die sich zusammensetzte aus Bargeld in Höhe von immerhin 13 Reichstalern, also etwa 39 Mark, dem Lösegeld für seine zwei Kühe und dem Wert von geraubten zwei Säcken Roggen, einem neuen Beil und von „Cispell wahr“, d. h. Kistenware, möglicherweise eine Bezeichnung für in einer Truhe aufbewahrte (Aussteuer-)Wäsche.

Der Wert der Gegenstände, die Johan Elvers, dem Schwager des Pastors Johann Koch, 1644 geraubt wurden, lag mit 93 Mark nicht viel höher als Hans Elvers’ Schaden. Auch der Kätner Johan Elvers besaß zwei Kühe, darüber hinaus verlor er noch zwei Schweine, vier Säcke Roggen und drei Fuder Heu. Vor allem aber büsst er sein Haus ein, das mit allem, was sich darin an Bettzeug, Kleidern und Küchengeräten befand, in Schutt und Asche gelegt wurde. Für dieses - vielleicht erst im Jahr zuvor erbaute - Haus wurde pauschal die Summe von 400 Mark angesetzt.

Auch Jürgen Elvers, das weitere im Verzeichnis von 1644 aufgeführte Mitglied dieser Familie, war Kätner in Geesthacht. Über ihn ist bekannt, dass er am 3. November 1627 Beken, Carsten Reimers Tochter geheiratet hatte. Offenbar war Jürgen Elvers’ Besitz umfangreicher als der von Hans und Johan Elvers. In Jürgen Elvers’ Schadensmeldung sind aufgeführt: (Lösegeld für) fünf Kühe, außerdem der Verlust von zehn Schweinen, eines Kalbes, von zwei Wispeln Roggen und zwei Fudern Heu (im Wert von 112 Mark), von Kesseln und Grapen, Bettzeug und einem kleinen Wagen.
Aus welchem Zweig der Familie Wipeken Elvers stammte, die am 30. Mai 1639 Otto Koeps geheiratet hatte, ist unbekannt.

Weiteres zu dieser Zeit in Geesthacht finden Sie in dem Buch: 

 

Der große Krieg und das kleine Dorf
Der Dreißigjährige Krieg und Geesthacht
Erhältlich im GeesthachtMuseum!

ZURÜCK-PFEIL

Zum Seitenanfang (nach oben)