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Carl Duttenhofer und das „Hamburger Echo“

 

Die Büste des ersten Direktors der Pulverfabrik Düneberg, Carl Duttenhofer, steht heute an der Ecke Düneberger Straße/Am Moor. Die Inschrift im Sockel lautet: „Dr. Ing. E. A.Carl Duttenhofer 1872-1921“. Der erste Standort war vor dem Gebäude 185 in der heutigen Lichterfelderstraße. Carl Duttenhofer  war der Bruder von Max Duttenhofer (später von Duttenhofer), der Mitte des 19. Jahrhunderts durch Erbfall und Heirat zu einem der größten Pulverfabrikanten Süddeutschlands aufstieg. Da Rottweil am Rhein für das Exportgeschäft von Pulver ungünstig lag, pachtete Max Duttenhofer 1876 von Otto von  Bismarck einen Teil der Besenhorster Sandberge, heute Ortsteil von Geesthacht. Ähnlich wie bei der Dynamitfabrik waren die Nähe zum Hamburger Hafen, relativ unberührtes

Gebiet und die Elbe als Transportweg die entscheidenden Standortfaktoren für die Ansiedlung. Zum Leiter berief Max seinen  Bruder Carl, der bis 1921 erster Direktor der Düneberger Pulverfabrik war. Und schon 1878 begann die Produktion. Dank der Nähe zu Kiel und der guten Kontakte  zum Reichskanzler Bismarck entwickelte sich vor allem ein gutes Geschäft durch die Belieferung der Marine mit Pulver. Die Gesellschaft  Duttenhofers trug nun den Namen „Pulverfabrik Rottweil-Hamburg“ - hier in Geesthacht aber nur Düneberger Pulverfabrik genannt. Carl Duttenhofer hatte in politisch linken Kreisen den Ruf eines „Sozialistenfressers“. Es war den Arbeitern zum Beispiel verboten, ihre Butterbrote in die Fabrik zu bringen,  wenn sie in die sozialdemokratische Zeitung „Hamburger Echo“ eingewickelt waren. Zusammen mit Krümmels Sprengstofffabrik nannte man seit den 1920er Jahren Geesthacht und die umliegendenGemeinden mit den Fabrikstandorten die „Pulverkammer Deutschlands“.

 

Postkarte aus Düneberg
© Buch Spurensuche - ISBN 978-3-923952-15-1 

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