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Glaube und Tat – „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott“

In der Straße „Am Haferberg“ in der Geesthachter Oberstadt entdeckt der Spaziergänger eine Reihe schmucker Häuser. Dass hinter dem gemütlichen Wohnviertel eine Geschichte steckt, ahnt man nicht. Dennoch: Es lohnt sich, sie zu erzählen.

„Hilf dir selbst ... so hilft dir Gott“ – so lautete das Motto des Bauvereins „Glaube und Tat“ des Verbandes der Heimkehrer, der Anfang 1950 in Hamburg gegründet wurde. Das Ziel des Bauvereins war es, im Wege der Selbsthilfe und unter sachkundiger Leitung Siedlungshäuser für arbeitslose Spätheimkehrer zu bauen. Die Grundvoraussetzung des Vereins –  Muskelkraft und handwerkliche Fähigkeiten statt Geld als Kapital bei der Kostenberechnung einzubringen – deutet auf die Wohnungsnot der Nachkriegszeit hin und auf die Bereitschaft der Betroffenen, ungewöhnliche Wege zur Beseitigung dieser Notlage einzuschlagen.

Im Juli und August 1951 erstellte  „Glaube und Tat, Geesthacht“ Pläne und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Die Häuser wurden auf langen Gartengrundstücken (mögliche Selbstversorgung) rechtwinklig zur Straße angeordnet. Sie erhielten je 43,94 m² Wohnfläche und einen „von der Regierung ... vorgenehmigten freistehenden Stalltyp  zur Kleinsiedlung SH2 mit Stall, Abort und Waschküche“. Als Material wurden Hohlblocksteine aus Schlackebeton vorgesehen. Die Siedlung wurde Haus für Haus errichtet und die einzelnen Häuser kurz vor Bezug unter den Siedlern ausgelost; für drei Jahre blieben die Häuser Eigentum des  Trägervereins, dann wurden sie den Mietern als Eigentum übertragen. Den Straßenausbau führten die Siedler ebenfalls in Selbsthilfe durch. Die Endabrechnung bestätigte das Konzept: Die vorgesehenen 40 Prozent der Kosten, die durch Selbsthilfe erbracht werden sollten, wurden sogar überschritten.

Insgesamt ist zwar mit 18 Doppelhäusern in Geesthacht und 17 am Grambeker Weg in Mölln keine ins Gewicht fallende Bautätigkeit durch den Bauverein „Glaube und Tat“ entstanden, die Idee erhielt jedoch aufgrund der geringen Baukosten eine überregionale Aufmerksamkeit.  Bundeswohnungsbauminister Eberhard Wildermuth besuchte das Geesthachter Projekt im November 1951 und war von dem „Bauwunder“ beeindruckt. In Bad Oldesloe und Lübeck-Altenholz startete der Verein weitere Projekte.
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