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Grabsteine erinnern an den Zweiten Weltkrieg

 

Grabsteine erinnern an den Zweiten Weltkrieg
© Buch Spurensuche - ISBN 978-3-923952-15-1 
Unweit der Kapelle auf dem Waldfriedhof entdeckt der Spaziergänger zwei durch Bepflanzungen abgetrennte Bereiche, die an den Zweiten Weltkrieg erinnern. Man sieht verwitterte Steine, zum Teil mit Inschriften in einer Fremdsprache versehen, und kleine Betonkreuze mit überwiegend ausländischen  Namen. Es handelt sich um den so genannten „Baltenfriedhof“ und um die Grabsteine für die Opfer des Luftangriffs am 7. April 1945. Der Angriff auf Düneberg und Krümmel erfolgte gegen 13.00 Uhr. Es fielen 834 Bomben auf das Werk Düneberg. Auf das Gebiet Krümmel fielen ca. 1.000 Bomben. Der gesamte Angriff auf beide Fabriken dauerte zehn Minuten. Der Geesthachter Polizei- Oberleutnant Bruhn berichtet in seinen Aufzeichnungen von 82 Toten in der Fabrik Krümmel, 26 Toten im Ortsteil Krümmel und insgesamt 67 Verletzten, sowie 67 Toten im Werk Düneberg und sieben Toten in der Stadt.  Am 15. April wurden die Opfer, darunter Deutsche, Fremd- und Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten auf dem „neuen Friedhof“ (dem Waldfriedhof) beigesetzt. Damit wurde der Friedhof „in Betrieb genommen“.

Die Opfer aus Lettland, Estland und Litauen (dem baltischen Bereich) bekamen einen eigenen Bereich, dem „Baltenfriedhof“ mit einem Gedenkstein.

 

Die Forschung zählte zwischen 8.000 und 11.000 Fremd- und Zwangsarbeiter(innen) in Geesthacht, die überwiegend in den Rüstungsfabriken Düneberg und Krümmel tätig waren. Sie waren in mehreren Lagern untergebracht. Etliche dieser  Menschen blieben auch nach Kriegsende in Geesthacht. 1950 lebten noch über 1.000 Displaced Persons (DP´s – ehemalige Fremd- und Zwangsarbeiter) in der Stadt. Im Lager Spakenberg richtete die britische Besatzungsmacht ein „Old People Village“ ein, d.h. eine Art Altersheim für DP´s. Dort wurden 350 alte Leute untergebracht, darunter Litauer, Esten, Letten, Polen, Jugoslawen und Staatenlose.

Übersetzung einer Grabinschrift aus dem Litauischen: „O du, heiliges weites Litauen, wenn ich einmal auf dem gastlichen Hügel ruhe, dann habe ich keines deiner Staubkörnchen unter mein Haupt zu legen“.

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