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© Stephan Darm 
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Erst Mühle, dann Spankorbfabrik und heute Druckerei

Ohne Energie kein Leben. Energie war begehrt – und teuer. Neben Muskelkraft und Feuer wurden Wasser und Wind die bedeutendsten Energielieferanten der vorindustriellen Gesellschaft. Genutzt werden konnte das Urelement Wind durch die Erfindung der Mühlen; sie waren allerdings ausschließlich  Herrschaftssachen. Handmühlen waren streng verboten, die von der Herrschaft aufgestellten Wasser- und Windmühlen „Zwangsmühlen“ für die Bauern. Für die Geesthachter Bauern war die Windmühle in Riepenburg die Zwangsmühle. In Geesthacht wurde die erste Mühle erst im 18. Jahrhundert  zugelassen und gebaut. Auf dem Grundstück in der heutigen Mühlenstraße stand seit 1775 die Graupenmühle von Johann Reimers, die später abbrannte und geschleift wurde (Graupen sind ein Produkt aus Gersten- und Weizenkörnern). 1849 erbaute und betrieb Johann Carsten Meyer an gleicher  Stelle eine Holländer-Windmühle, die dann bis 1870 von Zacharias Wigger, bis 1887 von H.A.F. Draeger gepachtet, sodann von diesem gekauft wurde. Nach dem Brand im Jahre 1893 wurde sie durch eine dreistöckige Dampfmühle ersetzt. Diese Mühle brannte 1930 wiederum aus und wurde danach  nicht mehr als Mühle genutzt, die Ruine ganz abgetragen. An der Stelle wo die Mühle einst stand, wurde 1937 die „Spankorb- und Kistenfabrik Louis Haberland“ gegründet. 10 Jahre zuvor war auf dem Katzberg neben dem Standort der Glashütte schon die „Geesthachter Spankorbfabrik Sievert, Pitschner  & Co.“ von ehemaligen Korbmachern und ihnen nahe stehenden Kaufleuten gegründet worden. Sie hatten Erfolg, beide Betriebe setzten sich gegen die den Fruchthandel bis dahin bevorzugt beliefernde süddeutsche Konkurrenz durch und überstanden die verschiedenen Krisenzeiten. Beide Fabriken  existierten bis in die 1960er Jahre. Seit 1979 befinden sich auf dem Gelände an der Mühlenstraße die Gebäude der Mero- Druckerei, die damals in die ehemalige Spankorbfabrik Haberlandt einzog. Die Eigentümer erweiterten den Gebäudekomplex um einen Hallenbau und investierten in eine Buchdruck-Rotation zur rationelleren Herstellung der Buchinhalte, in den Mehrfarben- Offsetdruck für das farbige Buchcover und in eine vollautomatische Weiterverarbeitung.
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