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"Turnvater" Krause sei dank!

Wer die Treppe hinauf geht zum Sportplatz an der Berliner Straße, entdeckt einen großen Findling mit einer bronzenen Tafel. Sie erinnert an Ludwig Jahn, den allseits bekannten deutschen Turnvater. Ob Ludwig Jahn (1778-1852) je in Geesthacht war, ist nicht belegbar. Möglich ist es allerdings, denn er war Freiwilliger im Lützower Freicorps, das sich im Sommer 1813 bei den Kämpfen gegen die Franzosen im Herzogtum Lauenburg aufhielt. Das Denkmal wurde 1928 eingeweiht – als eine Backsteinsäule unweit des oberen Sportplatzes. Wegen Baufälligkeit wurde die Säule 1998 abgebrochen, die  bronzene Tafel zu ihrem jetzigen Standort gebracht. Initiator des Denkmals war der Geesthachter Lehrer Johannes Krause. Krause war die treibende Kraft in der sportlichen Entwicklung der Gemeinde nach 1900.

Dieser Mann, der bei Geesthachtern als „Turnvater Krause“ bekannt war, spielte im  Sportgeschehen der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle. 1885 in Brandenburg geboren, kam Krause als junger Lehrer 1908 nach Geesthacht. Er blieb an der Knabenschule (Buntenskampschule) bis zum Jahre 1937. 1928 war er maßgeblich an der Schaffung des „Jahn-Denkmals“ beteiligt. Nach dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937, bei dem Geesthacht zum Kreis Herzogtum Lauenburg kam, blieb Krause im Hamburger Schuldienst und wechselte zu einer Schule am Berliner Tor. Er starb am 2. Oktober 1955. Auf seinem Grabstein im Waldfriedhof befindet sich  das Turnerjugendkreuz des Deutschen Turnerbundes: 4F (frisch, fromm, fröhlich, frei). Krause war aktiver Turner und engagierter Turnlehrer, sowohl in der Schule als auch im Verein. Er führte für mehrere Jahre den Vorsitz im Geesthachter Verein für Leibesübung und war als Sportfunktionär überregional tätig. Bei der Gründung des Deutschen Turnerbundes 1947 arbeitete der Geesthachter im Hauptausschuss mit und wurde zum Bundesaltersturnwart ernannt.

Der Turnerwahlspruch „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ geht auf Friedrich Ludwig Jahn zurück, der 1816 in seinem Buch „Die deutsche Turnkunst“ eine ähnliche Formulierung gebraucht hatte. Frisch ans Werk! Fromm im Glauben an die Gemeinnützigkeit und Wertbeständigkeit des Schaffens Fröhlich untereinander Frei und offen in allem Handeln.

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