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© Stephan Darm 
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Das vergessene Kriegerdenkmal

Wie bei den meisten deutschen Kommunen stellt das Kriegerdenkmal 1870/71 das erste Exponat der militärischen Denkmalkultur in Geesthacht dar. Der Sieg über Frankreich und die Gründung des Deutschen Reiches bildeten für die Zeitgenossen identitätsstiftende Momente für das neue nationale  Bewusstsein. In Geesthacht entstanden Krieger- und Veteranenorganisationen, die einen einflussreichen Teil der lokalen Honoratioren bildeten und den Impuls für die Aufstellung eines Denkmals für die im Krieg gefallenen Geesthachter gaben. Das erste um 1872 aufgestellte Denkmal – „ein aus  Ziegelsteinen gemauerten Steinblock“ – wurde 1880 abgebrochen und durch ein massives Denkmal in Forum eines Obelisk ersetzt. Das genaue Datum für die Einweihung konnte nicht ermittelt werden, wahrscheinlich liegt es um 1880. Der Standort ist bekannt: an prominenter Stelle am Markt schräg gegenüber dem „Geesthachter Hof “, des späteren Rathauses.
Ein Bericht aus der „Bergedorfer Zeitung“ aus dem Jahre 1894 gibt einen Hinweis für die Bedeutung des Denkmals vor dem Ersten Weltkrieg: „Die Feier des Sedantages ist auch hier in festlicher Weise begangen worden“. Von der  „Gemeinde-Schule“ (Buntenskampschule) und der Kirche marschierte der Umzug unter Führung des „Kriegervereins von 1876“ und der „Militärischen Kameradschaft von 1886“ zum Kriegerdenkmal. Dort hielt der Lehrer Bellahn „eine der Bedeutung des Tages entsprechende Rede, welche in einem Hoch auf den Kaiser ausklang, worauf die Musik das ‚Heil Dir im Siegerkranz’ intonierte“.
1929 beschloss die Stadtvertretung, das Denkmal wegen verkehrstechnischer Probleme vom Markt zum „Gefallenenhain“ am Friedhof zu verlegen. „Das Denkmal ist mit dem stufenförmigen Unterbau auf der linken Anhöhe neben dem Ehrenmal von 1914/18 wieder aufzustellen“. Dieser Beschluss wurde erst 1935 ausgeführt. Als Gedenkstein für die Ewigkeit gemacht, ist das Erinnern an den Krieg 1870/71 verblasst. Wer weiß heute davon, und dass es ein Ehrenmal für die Gefallenen dieses Krieges in Geesthacht  gibt? Der inzwischen stark verwitterte Gedenkstein steht einsam und versteckt auf der Anhöhe neben dem Kriegerdenkmal 1914/1918.
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