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© Stephan Darm 
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Nach 1880 entwickelte sich Geesthacht zum bedeutenden Ausflugsort zwischen Lauenburg und Hamburg. Um 1900 verkehrten die Lauenburger Dampfer der Firma Basedow im Sommer fünf- bis sechsmal täglich zwischen Hamburg, Geesthacht und Lauenburg. Eine große Zahl von Ausflugslokalen nahm die reiselustigen Großstadtmenschen auf. Namen wie „Fährhaus Ziehl“, „Geesthachter Hof “, „Deutsches Haus“, „Zur Post“, das „Hotel Stadt Hamburg“ und weitere erwecken Erinnerungen an diese Epoche der Ortsgeschichte. Zu den bekannten Lokalen gehörte das an der Sielstraße befindliche „Petersen’s Hotel“, das noch vor 1900 errichtet wurde. Zwischen Elbe und dem Zentrum gelegen, dominierte es den südlichen Teil des Marktes mit seinem herrlichen Saal und dem markanten Turm. Die Säle der großen Gastwirtschaften dienten den Versammlungen von Vereinen und Parteien. Sie waren im heutigen Sprachgebrauch „Kommunikationszentren“. Am 27. Januar 1931 kamen etwa 200 Menschen zu einer NSDAP-Kundgebung in Petersen’s Hotel zusammen. Mit Genossen aus Hamburg wollten die Kommunisten das Lokal stürmen. Das KPD-Versammlungslokal befand sich nur ein Paar Schritte entfernt in „Lühmanns Gastwirtschaft“ (heute ein Wohnhaus neben der „Marktklause“). Es kam zu einer Schießerei. Die Kommunisten Alfons Benthien (18) aus Bramfeld und Bernhard Geick (23) aus Hamburg wurden getötet, sechs Menschen schwer und viele leicht verletzt. Der Fall ging durch die überregionale Presse und trug dazu bei, den Spitznamen Geesthachts als „Klein Moskau“ im allgemeinen Bewusststein zu verankern. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlahmte der Ausflugsverkehr. Das alte Haus wurde nach 1960 zur Unterkunft für Gastarbeiter aus Südeuropa genutzt. Am 15. Dezember 1966 brach ein Brand aus, in dessen Folge der markante Turm zerstört wurde. Er wurde nicht wieder aufgebaut. Heute findet man Wohnungen in der historischen Gastwirtschaft.

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