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© Stephan Darm 
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Gar nicht versteckt, aber doch leicht zu übersehen, liegt ein Gebäude gegenüber dem
GeesthachtMuseum!. Es beherbergt einen Friseurladen sowie Wohnungen. Die Anschrift
lautet: Bergedorfer Straße 23. Dass es eine vielleicht überraschende Geschichte hat, merkt
ein Kunde des Friseurladens, wenn er den großen Tresor im Eingangsbereich erblickt.
Wozu braucht ein Friseurgeschäft einen großen Geldschrank aus Eisen? Der Gedanke
liegt nahe: Hier befand sich einst eine Sparkasse.
Die Kredit- und Sparbedürfnisse der örtlichen Wirtschaft und Verbraucher in Geesthacht
wurden damals von der Geesthachter Spar- und Leihkasse, gegründet 1898 (ab 1925 mit
dem Namen Geesthachter Bank eGmbH), der Hamburger Sparkasse und der Bergedorfer
Sparkasse versorgt.

Die Hamburger Sparkasse errichtete 1932 einen Neubau an der Bergedorfer Straße, und
zwar im Bauhausstil. „Bauhaus“ bezeichnet einen Kunst-, Lebens- und Architekturstil,
der nach dem Ersten Weltkrieg das städtische Leben zunehmend prägte. In der Architektur
bedeutet es eine Hinwendung zu modernen Baustoffen, schlichten Formen und einer
durchgehenden Funktionalität. Der Neubau der Hamburger Sparkasse, der fast gleichzeitig
mit der Errichtung der vom Bauhaus beeinflussten neuen Schule am Silberberg entstand,
setzte sich radikal von der bisherigen ländlichen Bauweise Geesthachts ab.

Die im Bauhausstil errichteten Gebäude schienen in den Augen der damaligen Bevölkerung eine neue Entwicklung anzubahnen. Die 1924 zur Stadt erhobene Gemeinde machte sich auf den Weg, sich ein städtisches Kleid anzulegen.
1943 übernahm die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg die Hamburger Sparkasse in Geesthacht und somit auch das Gebäude, das sie bis 1962 als Hauptfiliale nutzte. Die nach dem Verkauf 1962 erfolgten Umbau- und Isolierungsmaßnahmen führten dazu, dass die Fassade ihr Bauhaus-Flair weitgehend einbüsste. Dennoch: Ein Blick auf das Gebäude lohnt sich, denn es spiegelt die Entwicklung städtischer Architektur der letzten 80 Jahre in der Stadt.

 


„Bauhaus“ bezeichnet einen umfassenden Lebensstil, der sich in der Zwischenkriegszeit entfaltete. In der Architektur werden die Entwürfe und Arbeiten von Lehrern und Schülern am Bauhaus als Teil von  länderübergreifenden, längerfristigen Strömungen gesehen und unter Begriffen wie Funktionalismus, Klassische Moderne, Neue Sachlichkeit, Internationaler Stil, Neues Bauen eingeordnet.
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