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Rathaus
© Stephan Darm 
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Auf einem rund 60 Hektar großen, parkähnlichen und überwiegend bewaldeten Gelände nahe dem Stadtzentrum befinden sich eine Klinik für Geriatrie und eine Klinik für Neurologie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Gebäuden, deren Ursprung eine spannende Geschichte hat. Das Gelände wird als die „grüne Lunge“ Geesthachts bezeichnet.
Am 4. Mai 1899 standen auf dem Anleger der Lauenburgischen Dampfschifffahrtsgesellschaft vor dem Fährhaus Ziehl die Honoratioren der Gemeinde Geesthacht. Hohe Gäste aus Hamburg waren angekündigt, denn Geesthacht gehörte damals noch zur Freien und Hansestadt: Bürgermeister Dr. Mönckeberg und Senatoren, Vertreter von Behörden und Organisationen sowie Ehrengäste. Und der Kaufmann und Reeder Edmund J.A. Siemers. Er weihte an diesem Tag das Thekla-Haus ein, das erste Gebäude der von ihm gestifteten Heilstätte für Lungenkranke. Tuberkulose galt als die Volksseuche des Industriezeitalters, insbesondere für minderbemittelte Familien aus den Großstädten.
1902 folgte das später Hans-Haus genannte Gebäude mit 60 Betten und 1905 das Kurt-Haus mit rund 40 Betten. Der Aufbau der Heilstätte schloss mit der Errichtung des Susannen-Hauses  1911/12, dem prächtigsten Gebäude auf dem Gelände. Mit seiner Einweihung erhielt die Heilstätte zu Ehren ihres Stifters den Namen Edmundsthal- Siemerswalde, und die Krankengebäude wurden nach seinen nächsten Angehörigen benannt: Das größte Gebäude der Stiftung trägt den Namen seiner Ehefrau Susanne; Thekla hieß die Tochter, Hans der ältere und Kurt der jüngere Sohn. 1913 standen 345 Betten zur Verfügung. Bei allen Häusern ermöglichten Südbalkone, die Schutz vor den kalten Nordwinden boten, ausgedehnte, tägliche Freiluft-Liegekuren – ganz so wie im Hochgebirge für die Bessersituierten bei Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“. Die Heilstätte erlangte einen hervorragenden Ruf – auch Dank der Arbeit des langjährigen Leiters Dr. Johannes Ritter. 
Entworfen wurden die ursprünglichen Gebäude von dem berühmten Hamburger Architekten Martin Emil Ferdinand Haller (1835-1925), der u.a. das Hamburger Rathaus mit entwarf. Er baute im klassizistischen Stil. Seine Gebäude wurden als modern gepriesen, da sie mit Paternostern, elektrischem Licht und Zentralheizung ausgestattet und (wegen ihrer fortschrittlichen Konstruktion mit wenigen tragenden Innenwänden) in ihren Grundrissen veränderbar waren.
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