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© Stephan Darm 
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Auf der Elbhalbinsel entdeckt der aufmerksame Beobachter einen Rest einer einst florierenden Industrieanlage. Es handelt sich hierbei um mehrere heute noch vorhandene Querslipanlagen und eine Längsslipanlage. Anfänglich wurden auf dieser Werftanlage hauptsächlich Schleppkähne, Motorkähne und Motorschlepper auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte nach Fertigstellung und Schiffstaufe dann entweder quer oder längs mit dem Rumpf ins Wasser. Solche Slipanlagen sind unerlässlich, wenn größere Boote oder Schiffe aus dem Wasser gezogen oder in das Wasser gelassen werden sollen. Sie sind in der Regel mit Schienen und einem Schienenwagen (Slipwagen) ausgestattet, der mit Hilfe einer Motorwinde bewegt wird.
1913 hatte der Schiffbaumeister Schütt aus Tesperhude im Geesthachter Hafen eine neue Schiffswerft bauen lassen. Sie wurde nach dem Tod des Gründers 1917 noch weiter geführt und 1927 von der Bergedorfer Menzer-Werft übernommen. Die Geesthachter Werft entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Betrieb an der Unterelbe und beschäftigte bis zu 60 Arbeiter. Sie verfügte später über einen Kran der 60 Tonnen bewegen konnte, über eine über 136 Meter lange Querslipanlage und eine Längsslipanlage sowie über 5.000 Quadratmeter überdachte Arbeitsflächen. Es konnten auf dieser Anlage Binnenschiffe, Schubelemente, Hafen- und Seeschlepper, Chemikalientanker mit Edelstahltanks, Trockenfrachter und kleine Ro-Ro-Schiffe gebaut werden.
Während des Zweiten Weltrieges lieferte die Werft ausschließlich Marine-Versorgungsschiffe. Bis 1949 hielt sich die Werft mit Schiffsreparaturen „über Wasser“. Im selben Jahr wurde das Verbot von Schiffsneubauten durch die Besatzungsmacht aufgehoben und so durften auf der Geesthachter Werft wieder Schiffsneubauten auf Kiel gelegt werden. Und dennoch: 1982 musste die Menzer-Werft in Geesthacht den Betrieb einstellen.
Das Verwaltungsgebäude wurde im Juli 2004 und die Werfthalle im Oktober 2006 abgerissen. Eine konkrete Planung für die künftige Nutzung dieser Flächen liegt im Moment nicht vor.
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