Hilfsnavigation
Rathaus
© Stephan Darm 
Quickmenu
Volltextsuche
Seiteninhalt
Um 1880 erlebte der Sport im Deutschen Reich einen Boom. Das Turnen wurde zum Volkssport, auch in Geesthacht entstanden in den 1880er Jahren erste Turnvereine. Aber wo konnte man turnen? Im Freien war es kein großes Problem einen geeigneten Platz zu schaffen. Aber im Winter oder bei schlechtem Wetter? Zunächst wurde improvisiert. Die ersten Turnhallen waren die Festsäle der Gastwirtschaften. Man konnte zumindest ein dunkles Bier nachher trinken. Bald entwickelte sich ein besonderer Bau für das Turnen, eben eine Turnhalle. Da Sport mit Schule zu tun hat – das Turnen wurde von Lehrkräften maßgeblich gefördert – lag der Gedanke nahe, eine Turnhalle mit einer Schule zu verbinden.
Und so kam es 1910 in Geesthacht. Ein lang gehegter Wunsch der Geesthachter Sportler ging in Erfüllung. Im Rahmen des Erweiterungsbaues des Schulkomplexes Buntenskamp entstand die erste Turnhalle. Ein Zeitzeuge bemerkte über den Bau: „Sehenswert ist die schöne, geräumige Turnhalle, mit ihrer Empore, dem Geräteraum und der reichen Turngeräte-Ausrüstung.“
Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert nahm die – in zeitgenössischen Worten – „Körperkultur“ in Geesthacht einen deutlichen Aufschwung. 1885 gründeten sich  zwei Turnvereine  –  Gut  Heil  (bürgerlicher  Verein)  und  der  Turnerbund  (Arbeiterverein).
Nach 1900 begann, angeregt von jungen Lehrern, die Schule den Sport zu fördern. Ab 1907 trafen sich freiwillig Knaben und Lehrer, um im Behrenshegen Schleuderball und auf dem Sandfeld am Dösselbuschberg Fußball zu spielen. Es kam zu einer Ausweitung des Vereinsangebots durch Schlag- und Faustball sowie Tennis und Tamburin und für die Mädchen auch Volkstänze. 1909 entstand der Fußballverein „Sportklub Geesthacht von 1909“. Der erste Fußballplatz war an der Bahnstraße zwischen BUCO und Bahnhofshotel. Ein Zeitzeuge berichtet: „Neben den Turnspielen ging eine stärkere Betonung  der ‚volkstümlichen  Übungen‘ her. Es fanden alljährlich Spielfeste mit Turnspielen und volkstümlichen Wettkämpfen statt.“ 1912 kam der Ruderverein hinzu.
Das  Angebot an Spielplätzen musste mit den zunehmenden sportlichen Aktivitäten erweitert  werden. Der Verein „Gut  Heil“ mietete den großen Platz, den „Jahnplatz“ Ecke Alte Landstraße/Norderstraße, der Turnerbund mietete an der Lauenburger Straße Plätze und der Sportklub schuf sich am Hechtholz einen Fußballplatz. Die Einweihung der Turnhalle 1910 bildete die Krönung der neuen Sportstätten. Auch heute vermittelt die gut erhaltene, ehrwürdige Halle einen Blick in die sportliche Vergangenheit der Stadt.
Zum Seitenanfang (nach oben)