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Stadt Geesthacht Fachdienst 21 - Umwelt


 Knicks und Redder (§25 Abs.3 LNatSchG)

Alle Knicks sind nach § 25  Abs.3 LNatSchG geschützt.

Die ursprüngliche Funktion der Knicks bestand im Wesentlichen in der Einzäunung. Zu diesem Zweck wurden teilweise Bäume und Sträucher der Wallhecke in verschiedener Weise miteinander verflochten, nachdem man die jungen Schösslinge seitlich angeritzt, herabgeknickt und in der Erde verankert hatte. Daher kommt die landestypische Bezeichnung „Knick”.

Die Knicks dienten auch der Brennholzversorgung, die Überhälter speziell als Bauholz, so dass die Landbevölkerung nun nicht mehr auf die meist in adeligem oder landesherrlichem Besitz befindlichen wenigen Wälder zurückzugreifen brauchte.

Ökologische Bedeutung der Knicks
Die Struktur eines Knicks ähnelt im Grundsatz zwei zusammengerückten Waldrändern. Dies ist ökologisch bedeutsam, weil an diesen Übergangsstandorten sowohl Pflanzen- und Tierarten der Wälder und Waldränder als auch der offenen Landschaft leben können und zusammen neue eigenständige und besonders vielfältige Lebensgemeinschaften bilden. Unter Berücksichtigung der klimatischen und bodenkundlichen Verschiedenheiten konnten von Nordfriesland bis Lauenburg ehemals aufgrund der Zusammensetzung Pflanzenarten etwa 85 verschiedene Knicktypen unterschieden werden.

Die Tierwelt der Knicks ist vergleichsweise artenreich entwickelt. In Abhängigkeit von der Qualität des Biotops leben hier bis zu 7.000 Tierarten. Ein einziger Knick im östlichen Hügelland kann allein 1.600 bis 1.800 verschiedene Tierarten enthalten - hauptsächlich Wirbellose, wie Heuschrecken, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer. Für viele Tierarten sind Brombeeren und Rosen, Weißdorn und Schlehe ausgesprochen attraktiv oder sogar existenzbedingend, wie Untersuchungen über Insektenfauna und Vogelwelt belegen. Gerade Dorngebüsche und auch andere häufige Knickpflanzen haben sich erfolgreich an einen Fraßdruck durch Insektenarten angepasst. Trotz teilweise sehr hoher Fressraten hat sich im Laufe der Entwicklung ein relatives Gleichgewicht mit stabilem Regulationssystem zwischen Insekten, Sträuchern und anderen Elementen der Knick-Lebensgemeinschaft ausgebildet. Auffällig ist zudem die reiche Singvogelwelt der Knicks. Häufige Arten sind zum Beispiel Dorngrasmücke, Heckenbraunelle und Goldammer.

Knickpflege
Alle zehn bis fünfzehn Jahre muss der Knick "auf den Stock gesetzt", "geknickt" werden, d. h., der gesamte Holzbewuchs wird bis auf kurze Stümpfe abgesägt. Versäumt man diese Nutzung, "wächst der Knick durch". Übrig bleibt dann nur noch eine lichte Baumreihe, die neben ihrer ursprünglichen Artenvielfalt auch ihre Windschutzwirkung eingebüßt hat. Wenn man also einen frisch abgesägten Knick in der Landschaft sieht, bedeutet dies keine Knickzerstörung, sondern die Pflege eines wichtigen Landschaftselementes. Die althergebrachte Pflege ist unumgänglich notwendig, um die Knicks in ihrer vielfältigen Bedeutung im Natur- und Landschaftshaushalt zu erhalten.

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