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1933 – 2008: 75 Jahre „Machtergreifung“

Lauenburgische Heimat

 

2008 jährt sich die „Machtergreifung“ der NSDAP auf Reichsebene zum 75. Mal. Der Gedenktag diente dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg als Anlass, den Forschungsstand über die lokale „Machtergreifung“ der NSDAP im Kreis Herzogtum Lauenburg in einem Tagesseminar  am 2. Februar in Siemers Gasthof, Breitenfelde, in Zusammenarbeit mit der Freien Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur darzustellen.

 

Das vorliegende Themenheft enthält neben fünf der insgesamt sieben an diesem Nachmittag gehaltenen Referate den Vortrag von Bernd J. Wendt, der am 30. Januar im Festsaal des Schwarzenbeker Rathauses gehalten wurde. Die Referate von Cordula Bornefeld über die Aktenüberlieferung im Kreisarchiv und von Hildegard Ballerstedt über Jüdische Schicksäle und „legale Enteignungen“ im Kreis Herzogtum Lauenburg während der NS-Herrschaft werden in einer der kommenden Ausgaben der Lauenburgischen Heimat erscheinen.  

 

Der 75. Jahrestag der so genannten „Machtergreifung“ der NSDAP, die eine Machteroberung auf legale Weise war, gibt den äußeren Anlass für einen Rückblick – die Beschäftigung mit der Zeit nationalsozialistischen Diktatur bleibt aktuell. Die NS-Herrschaft in Deutschland zwischen 1933 und 1945 ist eine „Vergangenheit, die nicht vergeht“. Daraus ergeben sich immer wieder Fragen: Wie stehen wir heute zu den Ereignissen vor 75 Jahren? Was kann unsere Demokratie aus den Versäumnissen der Weimarer Republik lernen? Wie ist der aktuelle Forschungsstand zu diesen Themen?

 

Prof. Dr. Bernd Jürgen Wendt, inzwischen emeritiert, war Professor für Mittlere und Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte am Historischen Seminar der Universität Hamburg. Er erläutert in seinem Beitrag Zusammenhänge auf Reichsebene, die zur „Machtergreifung“ führten. Dabei unterstreicht er die Bedeutung einer Auseinandersetzung mit der NS-Herrschaft: „Um das ‚Dritte Reich’ in all seinen Facetten zu verstehen, müssen wir uns sowohl im Kleinen mit seinem Alltag, den Vorgängen in den Gemeinden, den Regionen, dem Vereinsleben, den Biographien und Familiengeschichten beschäftigen, als auch im Großen den umfassenderen  nationalen  Rahmen abstecken, in dem all dies geschah“ – so Prof. Wendt in seinem Vortrag.

 

Dr. Hansjörg Zimmermann lässt in seinem Aufsatz die Ereignisse auf Kreisebene Revue passieren. Er zeigt vor allem die Entwicklung der NSDAP im Kreisgebiet am Ende der Weimarer Republik mit Hilfe von Wahlergebnissen und einen Darstellung der organisatorischen Entwicklung der Partei.

 

Vor diesem Hintergrund ist der Aufsatz von Bernhard M. Menapace, M.A. über die „Machtergreifung“ in Geesthacht zu verstehen, den wir posthum veröffentlichen. Geesthacht gehörte zwar 1933 noch zum Landgebiet Hamburgs, kann aber wegen der wirtschaftlichen Verflechtung mit den benachbarten Industriestandorten Krümmel und Düneberg auch als Teil des Kreises Herzogtum Lauenburg betrachtet werden. Im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 kam Geesthacht verwaltungsrechtlich zum Kreisgebiet.

 

In seinem Beitrag „Terror als politisches Instrument“ befasst sich Dr. William Boehart mit den Folgen der „Verordnung zum Schutze des deutschen Volkes“ vom 4. Februar 1933 und der "Reichstagsbrandverordnung" vom 28. Februar 1933 im Kreisgebiet. Der Aufsatz macht deutlich, dass der Terror alle Bereiche des täglichen Lebens erreichte. Es gab „kein richtiges Leben im Falschen“ (Theodor Adorno).

 

 Wolf-Rüdiger Busch problematisiert den für die Alltagsgeschichte bedeutenden Vorgang der „Gleichschaltung“ der Vereine und Organisationen im Kreisgebiet nach 1933. Die „Gleichschaltung“ bedeutete die Durchdringung des Nationalsozialismus in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Dieser Prozess war in den ersten Monaten nach der „Machtergreifung“ äußerst erfolgreich.

 

Christian Lopau zeigt die Auswirkungen der „Machtergreifung“ auf die evangelische Kirche in Lauenburg. Sein Aufsatz basiert auf  Forschungsarbeiten, die für die Wanderausstellung der evangelischen Kirchen Nordelbiens erfolgte, die 2007 in Ratzeburg und Schwarzenbek gezeigt wurde.

 

Über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an dem Seminar in Breitenfelde teil. Dieses Interesse und lebhafte Diskussionen dokumentieren den Erfolg der Veranstaltung. Das öffentliche Interesse zeigen die vier ausgewählten Zeitungsberichte.

 

 

Das Redaktionsteam

 

Anmerkung: Unsere Redaktionsleiterin, Cordula Bornefeld, ist krankheitsbedingt noch nicht wieder im Dienst. Wir wünschen ihr eine baldige Genesung.

 

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