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© Stephan Darm 
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Im Jahre 1849 ließ der Glasfabrikant Christian Gottlieb Brauer die ihm gehörende Glashütte in Carow bei Plau im damaligen Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin schließen. Hier war mit Unterbrechungen seit 1735 Glas hergestellt worden. Im selben Jahr kaufte Brauer von dem Hufner, Holzhändler und ehemaligen Vogt Johann Heinrich Meyer ein bis an die Elbe heranreichendes Grundstück am Katzberg, um hier eine neue Glashütte zu bauen. Die Gründe sich in Geesthacht anzusiedeln lagen nahe: über die Elbe bestand eine sehr günstige Verbindung zum Hamburger Hafen und damit hervorragende Exportmöglichkeitenfür seine Produkte (überwiegend Demijohns). Auf dem gleichen Weg konnte er von dort Material für die Glasherstellung beziehen, wie z. B. Steinkohle. Mit Mergel und Dünensand befanden sich außerdem zwei entscheidende Rohstoffe direkt vor Ort. 1855 musste Brauer, der in Ottensein bei Altona seit 1850 eine weitere Glashütte betrieb, in Geesthacht Konkurs anmelden. Die Geesthachter Glashütte wurde 1856 von den Gebrüder Meyer ersteigert. Sie nahmen die Produktion wieder auf und bauten die Glashütte in den folgenden Jahren weiter aus, u. a. durch einen zweiten und dritten Glasofen. Sie nutzten die Nachfrage eines neuen Industriezweiges, der chemischen Industrie, nach Transport- und Aufbewahrungsbehältern und spezialisierten sich auf die Herstellung von Demijohns, meist mit Weiden beflochtene Glasflaschen für Chemikalien. 1899 verkaufte die Gebrüder Meyer die Glashütte an den Korbmacher Henning Ahrens. Er modernisierte die Werksanlagen weiter und ließ zwei firmeneigene Korbmacherwerkstätten so Arbeiterwohnungen errichten. Erweiterung und Modernisierung der Glashütte erfolgten ohne behördliche Genehmigung. Noch 1912 lehnte die Hamburger Handelskammer die Aufstellung eines Bebauungsplanes für Geesthacht mit der Begründung ab, jeder solle dort so bauen, wie es ihm passe. 1910 arbeiteten 28 Glasbläser und 280 Korbmacher (davon 180 Frauen) in der Glashütte. Im Ersten Weltkrieg verlor die sie ihre Märkte in Übersee und da es nicht gelang rüstungsrelevante Produkte herzustellen, wurde sie nach 65 Jahren geschlossen. Viele der Arbeiter konnten in den Sprengstofffabriken in Krümmel oder Düneberg eine Beschäftigung finden.
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