Hilfsnavigation
Rathaus
© Stephan Darm 
Quickmenu
Volltextsuche
Icon FacebookIcon TwitterIcon FlickrHilfe
Seiteninhalt
Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es für Angehörige der jüdischen Minderheit schwierig, einen festen Wohnsitz im Amt Bergedorf und damit in Geesthacht zu erlangen. Für Juden galt nach wie vor ein besonderes Recht, das sie Christen gegenüber benachteiligte. Als Nichtchristen waren sie von der politischen Teilhabe und vor allem aus vielen Berufszweigen ausgeschlossen. Ideen der Toleranz und der Emanzipation der Juden, wie sie inder Zeit der Aufklärung am Emde des 18. Jahrhunderts diskutiert worden waren, wurden erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Politik umgesetzt. In der christlichen Bevölkerung herrschte ein Negativbild von den vornehmlich im handel tätigen Juden vor, das von traditionellen religiös und wirtschaftlich motivierten Vorurteilen geprägt war und Ausdruck in judenfeinlichen Stereotypen wie dem vom jüdischen Wucher und Betrug fand. Während der Franzosenzeit (1810-1814) hatten die Juden zwar eine kurze Phase der rechtichen und politischen Gleichstellung erlebt. Danach war in Hamburg und Lübeck (sowie im Kreis Herzogtum Lauenburg) aber umgehend wieder das alte die Juden diskriminierende Recht in Kraft gesetzt worden. Während der Franzosenzeit hatten sich einige Juden im Amt Bergedorf, dort vor allem im gleichnamigen Städtchen angesiedelt. Darüber, ob sie dort bleiben oder ob weitere Juden sich im Amt niederlassen durften, hatten nach 1814 wieder die dem Bergedorfer Amtmann übergeordnete Instanz zu befinden, nämlich die beiderstädtische Visitationsbehörde (die mit der Verwaltung des Amtes beauftragten Hamburger und Lübecker Senatsvertreter). Über die in der Regel negativen Stellungnahmen der jeweiligen christlichen Einwohnerschaft gegenüber Niederlassungsgesuchen vonJuden setzten sich die beiderstädtischen Visitatoren selten hinweg. Daher erhielten Juden nur in Ausnahmefällen die behördliche Genehmigung, sich im Amt Bergedorf anzusiedeln.
Zum Seitenanfang (nach oben)