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Nach umfangreicher Sanierung: Speerwerfer kehrt an die Westerheese zurück

Wer Jahrzehnte lang Speerwerfen betreibt, dessen Gelenke werden stark beansprucht und so manche Blessur wird sichtbar – das ist nicht nur bei realen Sportlerinnen und Sportlern so, sondern offenbar auch bei Statuen. Zumindest erging es der Speerwerfer-Figur an der Sporthalle in Grünhof-Tesperhude so. Über die Jahre hatten Wetter und Vandalismus der 1977 aufgestellten Statue ordentlich zugesetzt. Mehrere Löcher in Armen und Beinen wurden beispielsweise sichtbar, die rechte Hand fehlte schließlich völlig. Doch nach aufwendiger Restauration erstrahlt der Speerwerfer nun in neuem Glanz.

„Die Figur hatte mehrere Schadstellen, die behoben werden mussten. Wir sind sehr froh, dass wir für diese Arbeiten den Bergedorfer Bildhauer Norbert Jäger gewinnen konnten“, betont Sylvia Funke, Leiterin des Fachdienstes Immobilien der Geesthachter Stadtverwaltung.

Die vom Kieler Künstler Siegfried Assmann gefertigte Figur, die vor 45 Jahren als „Kunst am Bau“ an der Westerheese aufgestellt wurde, besteht anders als ihre gräuliche Oberfläche den Laien vermuten lässt aus Styropor, Glasfasern und anderen Kunststoffen. Nachdem in den vergangenen Jahren kleinere Ausbesserungen mit diversen Kunststoffen, Klebern und Silicon vorgenommen wurden, erfolgte nun die „große Frischekur“ durch Norbert Jäger (www.nj-art.de). „Nach drei Monaten Trocknungsvorgang wurde die Figur völlig abgeschliffen, wodurch weitere Schadstellen freigelegt wurden“, gibt der Fachmann einen Einblick in die aufwendigen Arbeiten. „Die morschen Stellen wurden ausgefräst und die größeren Hohlräume ausgefüllt.“ Im Anschluss wurden die tragenden Teile der Statue mit einem speziellen Baukleber verbunden und alle weiteren Löcher sowie ausgebessert. Es folgten zwei Grundierungen und abschließend der Hauptanstich mit einem Lack.

„Nach dieser Restaurierung sollten Temperaturen und Feuchtigkeit unserem Speerwerfer nichts mehr anhaben. Die Materialien wurden von Herrn Jäger so ausgewählt, dass die Figur nicht nur witterungsbeständig ist, sondern auch vor Alterungsanzeichen geschützt ist“, sagt Sylvia Funke.

Ende August kehrte der Speerwerfer nach mehr als sechsmonatiger Bearbeitungszeit wieder an seinen Stammplatz an der Sportanlage zurückgekehrt. Dort steht er, den Blick zum Himmel gerichtet, auf einem Betonsockel am Zugang zu Sportlerheim und Sporthalle. Die Montage des restaurierten Sportlers übernahm Norbert Jäger persönlich, zuvor hatte die Geesthachter Firma „Natursteinwerk Passing“ die Statue von Jägers Werkstatt in Bergedorf nach Geesthacht transportiert.

Zum Hintergrund:
Siegfried Assmann, der den Geesthachter Speerwerfer erdacht und erschaffen hat, wurde 1925 in der Provinz Posen geboren und verstarb 2021 in Großhansdorf. Nachdem er zunächst vor allem durch Glasmalereien und die Gestaltung von Kirchenfenstern bekannt geworden war, widmete er sich ab den 1960er Jahren vermehrt der Bildhauerei. Unter anderem entstanden Ehrenmäler und Statuen in Gudendorf/Ditmarschen, Husum, Heide – und eben in Geesthacht. Inspiriert vom Bau seiner Segelyacht in GFK (glasfaser-verstärkter Kunststoff) fertigte er ungewöhnliche, farbige Skulpturen aus dem Material. Insgesamt zählt sein Werk mehr als 1.000 Arbeiten mit figürlichen Mensch- oder Tier-Motiven sowie Arrangements von farbigen Kirchenfenstern in Schleswig-Holstein und Hamburg.

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