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Vom Rasen zu blühenden Inseln

Wie lässt sich eine Rasenfläche in eine blühende Wiese für Insekten verwandeln? Die einfachste Methode ist es, weniger zu mähen, dann erscheinen überraschend schnell verschiedene Kräuter, die den Rasen mit ihren Blüten bereichern, wie zum Beispiel das gelb blühende Ferkelkraut oder der Hornklee. Ist der Rasen allerdings gut gedüngt oder einfach sehr reich an Nährstoffen, dann erscheinen häufig auch Arten wie zum Beispiel Löwenzahn oder Sauerampfer, die nicht jeden erfreuen. Daher ist es vorteilhaft dem Rasen zunächst Nährstoffe zu entziehen und auf die jährliche Düngung zu verzichten.  "In Geesthacht, mit den häufig sandigen Böden geht das recht schnell. Dann macht es Spaß zu beobachten, was sich von selbst einstellt", sagt Ulrike Stüber vom Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung. Wie häufig nun gemäht werden sollte, hänge davon ab, welche Funktion der Rasen habe. "Optimal ist es, wenn der Rasen oder auch Teilflächen nur zweimal im Jahr gemäht werden, bei ganz nährstoffarmen Flächen und Trockenheit reicht auch eine einmalige Mahd im Spätsommer oder zeitigem Frühjahr", sagt Ulrike Stüber. Aber auch bei 4 bis 6 Schnitten im Jahr mit hochgestelltem Rasenmäher erscheinen noch blühende Pflanzen und die Nutzung als Spielrasen ist trotzdem möglich. Das kann zunächst auf kleiner Fläche ausprobiert werden, lassen Sie einfach eine Insel ungemähte stehen und sehen was passiert. Mähen Sie stets nur einen Teil ihrer Rasenfläche und räumen Sie den Grasschnitt ab, dann bleibt der Boden mager und der Rasen verwandelt sich in eine artenreiche Wiese. Man sollte jedoch niemals ganz auf das Mähen verzichten, dann übernehmen wenige konkurrenzstarke Pflanzenarten das Kommando.

Will man nun den Rasen aktiv mit einer Saat in eine Wildblumenwiese oder einen Blumenrasen umwandeln, dann empfiehlt es sich auch hier für nährstoffarme Verhältnisse zu sorgen, durch mehrmaliges Mähen und Aufnahme des Rasenschnitts oder durch Einarbeiten von Sand. Dann sollte die Fläche ein- bis zweimal gefräst oder umgegraben und glattgezogen werden. Das Saatgut einsäen und andrücken. Nicht einharken! In der ersten Zeit, bis sich die Pflanzen entwickelt haben, für ausreichende Feuchtigkeit sorgen. Sollten sich viele unerwünschte Kräuter einstellen, darf als Gegenmittel gemäht werden. Die Pflanzen der Saatgutmischung vertragen den Schnitt. Aber welche Saat ist empfehlenswert? Ulrike Stüber: "In den Baumärkten und Gartencentern werden inzwischen viele Mischungen angeboten. Sie enthalten aber häufig viele einjährige Arten, die schnell zur Blüte kommen, aber nach der Blüte verschwinden oder im nächsten Jahr nicht wiederkommen und so für Enttäuschung sorgen. Suchen Sie im Internet nach Wildblumenproduzenten, die funktionierende Mischungen aus heimischen Pflanzen und für verschiedene Standortbedingungen anbieten, ist die Empfehlung."

So eine Blumenwiese hält auch trockenen Sommern stand, ohne dass ständig gewässert werden muss. Die Artenzusammensetzung passt sich an die Standortverhältnisse an. Wenn doch mal ein Trockenschaden entsteht, können sich die Flächen regenerieren. Das schont Ressourcen auch in Zeiten des Klimawandels.

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