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Stadtwald

Etwa ein Viertel des Stadtgebietes ist bewaldet. Der Stadtwald umfasst zwei große Waldgebiete mit insgesamt ca. 240 ha Wald. Die Heidberge erstrecken sich von der westlichen Ortsgrenze bis zum Ziegenkrug. Sie sind ca. 110 ha groß. Die Besenhorster Sandberge (ca. 130 ha) liegen im nördöstlichen Teil der Stadt.

Geschichtliche Entwicklung des Stadtwaldes

Die Geesthangkante im Westen des Stadtgebietes war bis in die 50 er Jahre waldfrei und als Heide genutzt (Heidberge). Planmäßige Aufforstungen mit Kiefern, Fichten und Birken haben diesen Grüngürtel und Naherholungsbereich entstehen lassen.

Waldentwicklung – naturnahe Waldbewirtschaftung 

Die Heidberge dienen neben der Erholung auch dem Naturschutz, dem Grundwasser- und Bodenschutz. Eine forstliche Nutzung ist vorgesehen, sie soll aber so erfolgen, daß alle diese Funktionen nicht nachhaltig beeinträchtigt werden. Langfristig soll der Geesthachter Wald in einen naturnahen, für die Heidberge typischen Wald entwickelt werden, in dem Laubholz (vor allem Buchen und Eichen) dominieren.
 
Das Konzept der naturnahen Waldbewirtschaftung ist die beste Strategie den Wald zu schützen, seine Leistungsfähigkeit für den gesamten Naturhaushalt zu erhalten und die vielfältigen Bedürfnisse der Waldnutzer zu befriedigen.
Naturnahe Waldbewirtschaftung orientiert sich mit ihrer Pflege- und Nutzungsstrategie an den natürlichen Abläufen in den Waldökosystemen.

Dazu gehört zuallererst die Förderung von standortsgerechten Baumarten, die nicht nur gut wachsen sondern auch ebenso stabil und ohne schädliche Einflüsse auf die Waldböden und andere Glieder des Ökosystems sind.  Angestrebt werden Mischwälder mit einem hohen Anteil regionaltypischer Laubbäume, wie der Buche und der Eiche an. Da auch Waldökosystemen ein stetiger Wandel innewohnt, hat sich die Pflege, die Behandlung und Ernte, den unterschiedlichen Phasen der Waldentwicklung anzupassen: Pionierbaumarten wie beispielsweise die Birke oder die Vogelbeere werden als ökologisch wertvolle Elemente und pflegender Bewuchs für andere Baumarten verstanden und integriert.

In mitteleuropäischen Wäldern sind große Kahlflächen von Natur aus selten. Naturnaher Waldbau orientiert sich durch Verzicht auf Kahlschläge an dieses Prinzip und vermeidet dadurch Nährstoffverluste, die das Waldwachstum negativ beeinflussen.

Darüberhinaus kennzeichnet die naturnahe Waldbewirtschaftung:

  • Naturverjüngung hat Vorrang vor der künstlichen Verjüngung durch Pflanzung von Jungbäumen. Gepflanzt werden nur standortgerechte Gehölze aus möglichst autochtonem Saatgut
  • Förderung und Entwicklung artenreicher, strukturreicher Waldränder
  • Verzicht auf den Einsatz von Bioziden
  • Belassen und vermehren von liegendem und stehenden Totholz im Wald
  • Erhaltung, pflege und Entwicklung wertvoller Sonderstandorte wie Quellen, Heideflächen

Forsteinrichtungswerk 

Die Bewirtschaftung des Waldes erfolgt nach einem 10-Jahres-Plan, dem sog. Forsteinrichtungswerk. Für die Besenhorster Sandberge sieht das Forsteinrichtungswerk das Entwicklungsziel "Naturschutz" vor. Eine forstliche Nutzung findet nicht statt. Es erfolgt lediglich die Entnahme standortfremder Gehölze, wie z.B. Hybrid-Pappeln, Fichten und Robinien.
Für die Heidberge wird eine naturnahe Waldbewirtschaftung vorgesehen. Das Forsteinrichtungswerk formuliert langfristige und mittelfristige Ziele. Daraus wird ein Maßnahmenkatalog abgeleitet, der dem Förster vor Ort als Handlungsanweisung für seine waldbaulichen Maßnahmen dient.

Langfristige Ziele aus dem Forsteinrichtungswerk:

Ziel der Waldwirtschaft des Stadtwaldes von Geesthacht ist die Erhaltung, Vermehrung, Entwicklung und Nutzung multifunktionaler , naturnaher dynamischer Waldökosysteme, um

  • möglichst alle Waldfunktionen auf jeder Fläche zur Verfügung zu stellen und nur in Ausnahmefällen zu Gunsten einer Funktion vorzunehmen, 
  • möglichst ästhetische Wälder aufzubauen, die die Erholungsfunktion sichern, 
  • sie als naturnahen lebensraum möglichst aller tier- und Pflanzenarten der heimischen Wälder und deren abiotischen Grundlagen zu sichern 
  • insbesondere die Erzeugung des nachwachsenden Rohstoffes Holz in möglichst großer sortimentsvielfalt zu sichern und unter strenger Beachtung des ökonomischen Prinzips zu nutzen, um so einen möglichst großen Deckungsbeitrag der Stadt zu erbringen, 
  • die Pflege und Bewirtschaftung unter Ausnutzung aller biologischen Rationalisierungsmöglichkeiten so natur- und menschenschonend wie möglich durchzuführen.

Für dieses Jahr 2011 wurde das Forsteinrichtungswerkes fortgeschrieben. Die Fortschreibung erfolgt durch einen externen Forsteinrichter. Die vorgelegte Planung muss noch vom Fachausschuss für Planung und Umwelt der Stadt Geesthacht beschlossen werden.

FSC Forest Stewardship Council 

Seit 2006 ist der Stadtwald von Geesthacht FSC zertifiziert. Geesthacht befindet sich zusammen mit den Kreisforsten, dem Stadtwald Mölln und Ratzeburg in einer Waldzertifizierungsgruppe.
 
Der FSC zielt darauf ab, Wälder zu erhalten. Dieses Ziel möchte er nicht nur durch Unterschutzstellung sondern vor allem durch die Förderung einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft erreichen. Strenge Kriterien, an denen die Bewirtschaftung der Wälder ausgerichtet werden soll, dienen dazu, unkontrollierte Abholzung, Verletzung der Menschenrechte und Belastung der Umwelt zu vermeiden.

Der FSC hat zehn verbindliche Prinzipien und 56 Kriterien für eine gute Forstwirtschaft festgelegt. Durch eine Bewirtschaftung von Wald unter diesen Rahmenbedingungen wird erreicht, dass die Waldfunktionen erhalten bleiben.

Zur Kontrolle, ob die FSC-Prinzipien eingehalten werden, prüft der FSC die einzelnen Forstbetriebe nicht selbst, sondern bevollmächtigt hierfür unabhängige Zertifizierungsorganisationen. Wird die Waldbewirtschaftung regelkonform betrieben, erhalten die Waldbesitzer dafür ein Zertifikat. Holz aus FSC-zertifizierten Wäldern kann danach mit dem FSC- Siegel ausgezeichnet und vermarktet werden. Der FSC selbst überprüft einmal jährlich die Zertifizierungsorganisationen darauf, ob sie die Arbeit im Sinne des FSC ausführen. (Quelle: FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.v.)

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