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Wespen und Hornissen

Keine Angst vor Wespen und Hornissen !

So manchen können sie zur Verzweifelung bringen, wenn sie beim Kaffeetrinken an der Obsttorte naschen. Besonders im Spätsommer spricht man allseits von einer „Wespenplage“. Trotzdem sind Bekämpfungsmaßnahmen in der Regel unnötig und aufgrund der wichtigen Rolle der Wespen und Hornissen für den Naturhaushalt auch nicht sinnvoll. Wer ihre Lebensweise kennt, wird beide vielleicht mit anderen Augen sehen und nimmt vorübergehende Belästigungen in Kauf. 

Wespe ist nicht gleich Wespe  

Die Mehrzahl der bei uns lebenden Wespenarten verhalten sich absolut friedlich, denn nur zwei Arten können durch Naschhaftigkeit und Anfliegen von Menschen- aber auch nur im Spätsommer - zu einem Problem werden: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Bei den in großer Zahl auftretenden Wespen handelt es sich um soziale Faltenwespen, die Staaten bilden.
Von den in Europa vorkommenden Hornissenarten, kommt in Deutsch­land nur die Vespa crabro vor und ist mit ihren bis zu 40 mm langen Königin die größte europäische Faltenwespe.

Das Leben der sozialen Faltenwespen

Die Wespenstaaten werden im Frühjahr von der Königin gegründet und sterben spätestens im Herbst mit dem ersten Frost ab, d.h. sie leben nur einen Sommer mit Ausnahme der überwintern­den Königin. Nach dem Bau eines Nestes aus einer Papiermasse von zerkautem Holz entwickelt sich rasch ein Wespenstaat, der je nach Art einige Dutzend bis zu mehreren tausend Tieren um­faßt. Für die Fütterung der Wespenlarven müssen „Arbeiterinnen“ in dieser Zeit Unmengen von Fliegen, Raupen und anderer Insektennahrung heranschaffen. Erst wenn die Königin im Spät­sommer die Eiablage einstellt und das aufwendige Füttern der Larven entfällt, sind die Arbeiterin­nen „arbeitslos“ und haben Zeit, sich für Obst oder andere Süßspeisen zu interessieren. 

Das Leben der Hornisse

Der Hornissenstaat mit normalerweise einigen hundert Tieren ist wie alle Wespenstaaten ein­jährig. Im Spätherbst sterben die „Arbeiterinnen“ und Männchen sowie die alte „Königin“. Nur die jungen, vollentwickelten Königinnen überleben. Ihre Nester bauen die Hornissen jedes Jahr neu in den Höhlen großer Laubbäume ruhiger Wälder und Waldränder. Leider sind diese natürlichen Lebensräume so dezimiert, daß die Hornissen auch relativ oft leere Bienenwohnungen und Dach­böden beziehen, bevorzugt in den grünen Siedlungsrandgebieten mit einem großen Anteil an Obstbäumen. Das einjährige Leben eines Hornissenvolkes erreicht seinen Höhepunkt im Spät­sommer. Man wird auf diese Tiere also meist erst kurz vor der natürlichen Auflösungsphase des Volkes aufmerksam. 

Wespen- und Hornissennester

Freihängende, sichtbare Wespennester und versteckte Hornissennester in oder an Bäumen oder Gebäuden gehören fast immer zu friedlichen, nicht lästig werdenden Arten. Diese Tiere werden nur zufällig in unsere Wohnungen fliegen oder an Süßigkeiten naschen. Die Völker verlassen zu­meist bereits ab Mitte September ihr Nest und sterben ab. Daher sollte man ihre Nestbauten ruhig hängen lassen.                                                                                                                         

A  Königin der Hornissen
B  Arbeiterin der Hornissen
C  Königin der deutschen Wespe
D  Königin der Steinhummel
E  Arbeiterin der Honigbiene

Sind Hornissen gefährlich ?

Hornissen sind nicht angriffslustig, sondern eher ruhig und fluchtbereit, sofern man sie nicht ge­waltsam stört. Nur im unmittelbaren Nestbereich gehen sie gegen Angreifer vor. Hornissen, die im Bereich des Nestes auf der Suche nach Baumaterial oder Beute umherfliegen, fliehen wenn sie sich bedroht fühlen. Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als die Stiche von Wespen, Hummeln oder Honigbienen. Eine Ausnahme besteht nur für Personen, die stark allergisch auf Bienen-, Hummel-, Wespen-, oder Hornissengift reagieren. Eine derartige Allergie ist jedoch sehr selten. Falls ein Mensch tatsächlich einmal von einer Hornisse gestochen wird, muß er keine anderen Maßnahmen ergreifen als nach einem Bienen- oder Wespenstich.

Maßnahmen

Eine unnötige oder leichtfertige Bekämpfung von Wespen - oder Hornissennestern verstößt gegen geltende Naturschutzbestimmungen (Bundesnaturschutzgesetz §39 und § 44, hier: Schutzvorschrift für beson­ders geschütze Tier- und Pflanzenarten). Dies gilt insbesondere für die Hornisse, die aufgrund ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und ihrer Gefährdung in die Bundesartenschutzverordnung aufgenommen wurde und damit besonders geschützt ist.
Nur im Notfall wird bei Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Gefahrenabwehr die Bekämpfung eines Nestes notwendig. Zunächst sollte man die Möglichkeit der Umsiedelung prüfen, die fachge­recht durch einen Imker erfolgt. Die oftmals unnötigerweise mit Anfragen belästigte Feuerwehr ist zwar technisch in der Lage, Wespennester fachgerecht zu entfernen, wird aber nur in absoluten Notfällen tätig. Im privaten Bereich muß ein fachlich ausgebildeter Insektenbekämpfer in Anspruch genommen werden, deren Adressen im Branchenbuch zu finden sind. Die Kosten trägt der Auf­traggeber. 

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