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Das sind die neuen Gesichter der mobilen Jugendarbeit

„Wir kommen in ihren Bereich, also sind wir dort Gast. Sie entscheiden, wieviel Nähe sie zu welchem Zeitpunkt zulassen“, sagt Klinta Mahnke und beschreibt damit ein ganz wesentliches Merkmal, dass die mobile aufsuchende Jugendarbeit von anderen Elementen der städtischen Jugendarbeit unterscheidet. Klinta Mahnke und ihr Kollege Wilhelm Weber arbeiten aufsuchend – das heißt, die beiden Jugendarbeiter sind nicht wie Schulsozialarbeiter in der Schule ansprechbar, sondern sie gehen dahin, wo junge Menschen gerne ihre Freizeit verbringen und versuchen dort Kontakt zu ihnen aufzunehmen.  „Wir suchen sie an ihren Orten und zu ihren Zeiten auf. Wir nehmen das auf, was sie beschäftigt, was ihnen unter den Nägeln brennt“, fasst Wilhelm Weber zusammen. Gemeinsam mit Klinta Mahnke hat er im Januar den Dienst bei der Stadt Geesthacht begonnen und gemeinsam nutzen sie nun auch die beiden großen Bereiche der mobilen Jugendarbeit: Die Kontaktaufnahme auf der Straße und das Jugendhaus Düne.

„Aktuell sind noch wenige Jugendliche draußen, aber das ändert sich schnell. Sobald die Sonne scheint, kommen sie raus“, spricht Klinta Mahnke aus Erfahrung. Seit etwa 15 Jahren lebt die gebürtige Lettin in Geesthacht. In die Elbestadt zog sie der Liebe wegen: Im Rahmen der Städtepartnerschaft lernte die heute 38-Jährige in ihrem Heimatort Kuldiga – der lettischen Verschwisterungsstadt Geesthachts – ihren späteren Ehemann kennen. Anders als Wilhelm Weber muss Klinta Mahnke keine Straßennamen mehr lernen, auf Erkundungstour sind derzeit aber beide. „Wir müssen die Stadt verstehen – und zwar aus dem Blickwinkel von Jugendlichen. Jede Stadt hat typische Orte, an denen Kinder und junge Erwachsene gerne Zeit verbringen. In Geesthacht sind das zum Beispiel die Skaterbahn, der Menzer-Werft-Platz und die Sportplätze“, erklärt der gebürtige Rostocker Wilhelm Weber, der nach seinem Studium der Theologie und Religion unter anderem als Gemeindepädagoge und Diakon tätig gewesen ist. „Ich habe viele Erfahrungen sammeln können, zum Beispiel bei der ehrenamtlichen Jugendarbeit in der Kirche“, sagt er. Zudem habe er Gruppenleiterlehrgänge absolviert, sich als Vertrauensstudent engagiert und Veranstaltungen organisiert. „Ich freue mich, dass ich hier bin. Ich möchte den Jugendlichen Raum geben, hier sind sie gewollt und gewünscht – und zwar so, wie sie sind“, betont der 35-Jährige.

Klinta Mahnke wechselte von der stationären Jugendbetreuung zur mobilen Jugendarbeit. In kinder- und jugendpsychi­atrischen sowie psychotherapeutischen Einrichtungen habe sie gesehen, wie hoch der Betreuungsbedarf ist, der stationär nicht abgedeckt werden könne. „Ich habe die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen kennen und schätzen gelernt“, sagt die Sozialpädagogin.  „Ich bin sehr froh über die Möglichkeit, die mir in der mobilen Jugendpflege jetzt gegeben ist. Ich hatte schon lange den Wunsch, intensiver mit Jugendlichen zu arbeiten. Jugendliche machen keine Probleme, sie haben Probleme. Sie sind in der Selbstfindungsphase, da kann viel Blödsinn passieren. Gerade darum brauchen sie Unterstützung und Räume, in denen sie ihre Freiheit ausfüllen können.“

Neben den Kontakten und Gesprächen, die sich durch das Treffen mit Jugendlichen in deren bekanntem Umfeld ergeben, wollen Klinta Mahnke und Wilhelm Weber konkrete Angebote machen.  „Wir möchten uns als Begleiter sehen, die die Räume sichtbar machen: auf sich selbst zu achten beim Formulieren ihrer Bedürfnisse wie auch Grenzen zu ziehen, eigene Leistungen zu erkennen und wertzuschätzen“, sagen Klinta Mahnke und Wilhelm Weber. Denkbar seien erlebnispädagogische Ausflüge beispielsweise in Vergnügungsparks wie den Jumppark in Hamburg. Auch Filmabende, Cocktailabende, Konzerte, Kochabende oder Podiumsdiskussionen im Jugendhaus Düne seien möglich – je nachdem, was die Geesthachter Kinder und Jugendlichen möchten, denn die stünden im Zentrum ihrer Überlegungen, sagen Klinta Mahnke und Wilhelm Weber.

Ansprechen möchte das Team der aufsuchenden Jugendarbeit Kinder ab sechs Jahren. Für Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren gibt es die Möglichkeit ihre Freizeit im Jugendzentrum "Alter Bahnhof“ in der Bahnstraße 45 zu verbringen. Die Kinder und Jugendlichen können im Jugendzentrum "Alter Bahnhof“ sowohl im offenen Bereich spielen als auch nach Anmeldung am Programm des Jugendzentrums teilnehmen. Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 27 Jahren sind bei den offenen Treffs und bei der Organisation eigener Veranstaltungen im Jugendhaus Düne willkommen. Dieses steht dienstags und donnerstags von 18 bis 22 Uhr allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen offen sowie zusätzlich an Veranstaltungsabenden.

Eine Gelegenheit das neue Team der Düne kennenzulernen, bietet sich am Sonnabend, 1. Februar. Ab 20 Uhr verwandelt sich dann das Jugendhaus in einen Ballsaal, wenn in den Räumen an der Geesthachter Straße 101a die Prom Night öffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Herzlich willkommen ist jeder und jede ab 16 Jahren. Jüngere können in Begleitung der Eltern oder aufsichtsberechtigter Personen teilnehmen. Mitzubringen sind gute Laune und etwas für das Buffet.

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