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Rundgang 2: Das heutige Geschäftszentrum




Sie laufen von der Bergedorfer Straße aus in die Norderstraße (1) und folgen ihr an Parkplätzen und Häusern mit Gründerzeitgiebeln vorbei. Am Ende der Straße sehen sie eine Sporthalle des 1885 gegründeten VfL-Geesthacht. Der Platz heißt im Volksmund "Jahn-Platz", nach Turnvater Jahn. Es befindet sich im übrigen auf dem großen Geesthachter Sportplatz an der Berliner Straße ein Gedenkstein für Turnvater Jahn. Bevor Sie die Straßenkreuzung erreichen, biegen Sie rechts in einen Fußweg zur Stadtbücherei (2), die sich seit 1986 auf dem Schulkomplex der Buntenskampschule befindet. Hier war einst die 1896 errichtete Geesthachter "Mädchen-Schule". Weiter geradeaus gelangen Sie an die Rathausstraße, die früher Friedhofstraße hieß. Sie biegen hier links ab in Richtung Berliner Straße (Bundesstraße 5). Sie überqueren die Straße und gelangen so zum alten Geesthachter Friedhof (3).

Auf dem 1879 eingeweihten städtischen Friedhof wird seit einigen Jahren nicht mehr beerdigt. Die Stadt stellt sich die schrittweise Umwandelung in einen "Park mit Gedenkcharakter" vor. Als erster Schritt wird in der 1888 erbauten Kapelle, die Sie gleich am Eingang des Friedhofes sehen können, eine Ausstellung über Geesthachter Gedenksteine gezeigt. Ein Besuch der Anlage und der Kapelle lohnt sich allemal! Vom Friedhof zurückkommend laufen Sie zunächst ein kleines Stück der Berliner Straße (4) entlang. Die frühere "Alte Landstraße" war einst eine baumumrahmte Allee und verlief auf dem historischen Heeres- und Postweg zwischen Hamburg und Berlin. Die Legende will, daß während der französischen Besatzung 1810-1813 sogar Napoleon hier entlanggeritten sei und eine Nacht im Gasthaus "Zum grünen Jäger" verbracht habe. Sie biegen dann rechts in den Richtweg (5) ein. Von hier aus haben Sie einen Blick auf die Buschberge, wo früher die Geesthachter Kuhhirten die Kühe zum Weiden trieben. Wir laufen den Richtweg hoch bis zur Ecke Gerstenblöcken. Von der Ecke aus sehen Sie auf der Anhöhe die Wohnsiedlung "Richtweg", die nach dem großen Brand von 1928 für die heimatlos gewordenen Geesthachter errichtet wurde. Auf dem ersten Haus der Siedlung befindet sich ein Gedenktafel, die das Ereignis dokumentiert. Sie biegen in den Gerstenblöcken (6) Richtung B-5. Wie bei vielen Straßen verdankt der Gerstenblöcken seine Benennung einem alten Flurnamen. "Blöcken" heißt "kurzer Queracker, mit Graben oder Zaun umgrenztes Ackerland, das vom gleichwertigen Land getrennt oder vom Hofe weit entfernt liegt". "Gersten" heißt "Korn=Gerste", vom "Gers (Gras) = Gräsung, Weide, Fettweide". An der Ecke Gerstenblöcken/ Geesthachter Straße sehen Sie vor dem Aldi-Geschäft eine Eiche (7), die von einem heimkehrenden Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg gepflanzt wurde. Sie heißt im Volksmund "Friedenseiche". Diese Kreuzung stellte früher eine Grenze zwischen Düneberg und Geesthacht, zwischen Preußen und Hamburg dar (8). Erst 1937 wurden die beiden "lieben Nachbarn" im Rahmen der Gebietsreform des Groß-Hamburg-Gesetzes vereinigt. Zeitzeugen sprechen vom erheblichen Zündstoff zwischen den Nachbarn. Es wurde zum Beispiel einem Geesthachter Mädel schlecht angesehen, das mit einem Düneberger Jungen "ging". Sie laufen hinten an der Post vorbei und sehen einen großen, imposanten Neubau: die im Volksmund sogenannte "Geesthachter Torte".

Es ist die 1995 eingeweihte Integrierte Gesamtschule (9), die einzige Schule dieses Schulzweiges im Kreisgebiet. Die Schule befindet sich am Ende des Neuen Kruges, früher einer Straße in Düneberg , an dem sich heute neben der Gesamtschule das Gymnasium, die Realschule, die Förderschule und die Volkshochschule befinden. Sie bleiben am Neuen Krug Richtung Bahnstraße. Sie sehen bald einen Straßenzug, der rechts abgeht. Es ist die Grenzstraße (10), die - wie ihr Name besagt - früher die Grenze zwischen Düneberg/Besenhorst und Geesthacht markierte. Im Zweiten Weltkrieg errichtete man an dieser Stelle ein umfangreiches Lager für Fremd- und Zwangsarbeiter, die in den großen Munitionsfabriken beschäftigt waren. Nach dem Krieg wurde die Anlage für Flüchtlinge genutzt. Sie laufen der Bahnstraße entlang und erreichen das alte Empfangsgebäude des Bahnhofes (11).

Zwischen 1906 und 1954 verkehrten die Züge der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn. Das alte gründerzeitliche Empfangsgebäude wird seit 1983 als Jugendzentrum genutzt.



Obgleich der normale Zugverkehr seit Jahren eingestellt ist, fahren immer noch Dampfloks auf der Strecke bis Bergedorf. Gegenüber dem Jugendzentrum stehen Fahrzeuge der 1975 gegründete "Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e.V.". Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, das Arbeitsgeschehen im und um den Schuppen anzusehen oder an den Dampfzugfahrten teilzunehmen. Informationen darüber erhalten Sie von der Touristen-Information.



Vom Bahnhof aus laufen Sie in das Hechtholz (12), dessen Häuser an die Jahrhundertwende in der damals aufstrebenden Gemeinde erinnern. An der Mühlenstraße angelangt, biegen Sie links ein. In dieser Straße befand sich bereits 1775 eine alte Graupenmühle, die später abbrannte. 1849 wurde sie als Windmühle wieder errichtet, die wiederum 1893 ein Raub der Flammen wurde. Danach entstand eine dreistöckige Dampfmühle, die als Namensgeberin für die heutige Straße Pate stand. Von der Mühlenstraße aus biegen Sie rechts in die kurze Bohnenstraße, die bis zur Bergedorfer Straße führt.

Auf der rechten Seite entdecken Sie auf einem herrlichen Grundstück ein Zeugnis der langen bäuerlichen Vergangenheit Geesthachts: das Draegerische Bauernhaus (14). Das schöne Fachwerkgebäude hat die großen Brände und Neubauwut der Nachkriegszeit überstanden und strahlt für die heutigen Besucher ein Stück alte Heimat aus.



An der Bergedorfer Straße (15), einer belebten Fußgängerzone, biegen Sie rechts ein und gelangen zum Ausgangspunkt des Rundganges, dem Krügerschen Haus.



Es lohnt sich den Blick auf die Häusergiebel zu richten. Da sehen Sie einige gute Beispiele gründerzeitlicher Stilelemente in Geesthacht. Besonders gut erhalten ist das "Lilie'sche Haus" (Bergedorfer Straße 39), in dem sich heute die Stadtbuchhandlung befindet.






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