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HansaviertelIm Januar 1947 zählte man in Geesthacht 520 Behelfsheime von den 1943 geplanten 929. Sie befanden sich zum Teil in der Oberstadt östlich der Hansastrasse und im Ortsteil Düneberg. Die Plattenhäuser waren von Anfang an sehr einfach und nur für eine kurze Lebensdauer angelegt, dennoch wurden sie letztlich 20 Jahre und länger bewohnt.


Es dauerte lang, bis die Behelfsheimsiedlungen aus dem Stadtbild verschwanden. Wohnraum in Geesthacht war nach 1945 zu knapp, als dass man auf diese primitivsten Häuser verzichten konnte. Hinzu kam die katastrophale Finanzlage der Stadt, die durch die Schließung und Demontage der Rüstungsfabriken und die damit einhergehende hohe Arbeitslosigkeit bedingt war. Geesthacht wurde im Sommer 1948 zum „Notstandsgebiet“ erklärt. Erst 1954 ging man gezielt an die Beseitigung der Behelfsheime, die sich inzwischen zum sozialen Brennpunkt entwickelt hatten. Der Geesthachter Bauverein (GB) übernahm die Trägerschaft und leitete das umfangreiche Sanierungsvorhaben ein. Im Dezember 1959 veranstaltete der Verein eine Ausstellung „Geesthacht heute und morgen“, die das Bauvorhaben zeigte.

Für das Gelände an der Hansastraße sahen die Zeichnungen den Wandsbeker Ring als Haupterschließungsstraße vor. Der GB legte eine Berechnungsgrundlage von 3.065 Personen auf 32,8 ha zugrunde. Für diesen Bevölkerungsanstieg sah die Planung 889 Wohnungen und Einzelhäuser vor, davon 700 im Eigentum des Bauvereins: 160 in vier Hochhäusern, 490 in drei- und viergeschossigen Zeilenbauten, 140 Einfamilien-Reihenhäuser, 28 Gartenhäuser „mit intimem Innenhof“ und 71 weitere Einzelhäuser. Lediglich 176 Garagen – auch für den „Luftschutz“ gedacht – sah der Entwurf vor, ein Hinweis auf die zu dieser Zeit noch nicht vollzogene Massenmotorisierung.


Bis 1961 waren in der westlichen Oberstadt 165 Wohnungen aus dem Sanierungsprogramm, 100 Einheiten aus dem Barackenräumprogramm und 46 aus den SBZ-Flüchtlings- und Spätaussiedlerprogramm fertig gestellt worden. In der östlichen Oberstadt befanden sich 207 Wohnungseinheiten im Bau. 1962 wurden noch über 450 Behelfsheime bewohnt. Die Bebauung ging schubweise weiter, Änderungen und Abstriche an der Planung von 1959 wurden vorgenommen. Zwischen 1945 und 1965 entstanden in Geesthacht über 4.300 Wohneinheiten, von denen etwa zwei Drittel öffentlich gefördert wurden. Als Geesthacht 1974 sein 50-jähriges Stadtjubiläum beging, war das Projekt „Barackenraumprogramm“ weitgehend abgeschlossen.

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