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Ehrenmal DünebergDas Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Düneberg gehört zu den späten Exponaten der deutschen Gedenkkultur nach dem verlorenen Weltkrieg. In den Sitzungen der Gemeindevertretung tauchte das Thema zwischen 1919 und 1934 nicht einmal auf der Tagesordnung auf, obwohl die Anlegung eines eigenen Friedhofes für die Gemeinde wiederholt beraten wurde. Die Gründe für das verspätete Gedenken liegen im politischen Bereich. Der „Bergedorfer Schlosskalender“ aus dem Jahre 1936 gibt einen Fingerzeig: „In Düneberg war es infolge der marxistischen Einstellung der damaligen Gemeindevertretung nicht möglich, den gefallenen Helden des Weltkrieges ein Denkmal zu setzen“. In diesem Satz spürt man einen Hauch der politischen Spannungen, die in der KPD-Hochburg Düneberg/Besenhorst vor 1933 die kommunale Politik prägten.


Am 30. September 1934 weihte die Gemeinde unter den neuen NS-Machthabern das „Gefallenenmal“ auf dem just angelegten Düneberger Friedhof ein. Der „Schlosskalender“ schrieb dazu: „Angesichts des Ehrenmals wollen wir stets daran denken, dass die Gefallenen des blutigen Weltkrieges für ein freies, mächtiges deutsches Vaterland ihr Leben gelassen haben, und wir wollen geloben, nie zu vergessen, das Klassenkampf und Klassenhaß für immer der Vergangenheit angehören sollen“.
Mitte der 1950er Jahre wurde der Friedhof stillgelegt, es entstand auf dem Gelände eine Wohnsiedlung für „Kriegsbeschädigte“. Der Gedenkstein wurde 1956 abgebaut und vor der Silberberg Schule wieder aufgestellt, wo es sich heute – ohne Sockel und ohne weitere Gestaltungselemente oder Informationen – noch befindet.

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