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Ansichtskarte der Osterquelle im Sommer 1942Am Fuße des Katzberges sprudelt die Osterquelle. In früheren Zeiten zogen junge Mädchen am Ostermorgen vor Sonnenaufgang dorthin, um Osterwasser zu holen. Diesem Wasser wurden heilende Kräfte nachgesagt. Doch mussten die jungen Mädchen beim Schöpfen den kostbaren Nasses schweigen, denn ein gesprochenes Wort verwandelte das heilsame Wasser in wertloses „Babbelwasser“.

Das Schöpfen heilkräftigen Wassers am Ostermorgen ist ein Brauch, der einst im Herzogtum Lauenburg weit verbreitet war, aber nur hier in Geesthacht hat der Name Osterquelle die Zeiten überdauert. Hinter dem archaisch anmutenden Brauch steckt eine tiefe Erfahrung von der Heilkraft des Elementes Wasser, das schon der griechische Philosoph Aristoteles vor 2400 Jahren zu den vier Grundelementen, aus denen die Welt besteht, zählte. Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf Erde, und schon früh siedelten Menschen in der Nähe von Quellen und Wasserläufen. Wasser lässt nicht nur die Pflanzen und bringt Mensch und Tier Erfrischung, sondern es reinigt auch und schützt vor Krankheit und Tod. Aus diesem Grunde galten Quellen unseren heidnischen Vorfahren als heilig. Zu beachten ist jedoch, dass das Wasser der Osterquelle kein Trinkwasser ist.
Im Schöpfen des heilkräftigen Osterwassers mischen sich menschliche Urerfahrungen mit christlichen Vorstellungen. Im Wasser der Taufe wird der Mensch von seinen Sünden rein gewaschen und geht einen unlösbaren Bund mit Gott ein. Im Mittelalter war es Sitte, das Taufwasser nur einmal im Jahr in der Osternacht – der Nacht der Auferstehung Christi – zu erneuern. Das Osterwasser symbolisiert die Überwindung des Todes und neues Leben.
Hierdurch entstand in der bäuerlichen Bevölkerung der Glaube, dass das Osterwasser wundertätig sei und Fruchtbarkeit und Genesung mit sich bringe.


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