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Johann Wahlgren wurde am 26. Oktober 1855 im schwedischen Habo geboren. Er starb am 15. November 1941 in Geesthacht.
Wahlgren war in einer christlichen Familie aufgewachsen und suchte, wie so viele seiner Landsleute damals, sein Glück im Ausland. Am 3. Juni 1873 traf er auf einem Schoner in Lübeck ein. Sein Ziel war Geesthacht, wo sein Landsmann Alfred Nobel 1865 die Fabrik Krümmel gegründet und das Dynamit erfunden hatte.
Wahlgren war Gelegenheitsarbeiter, mal in der Pulverfabrik Düneberg beschäftigt, dann in der Dynamitfabrik Krümmel, mal Hafenarbeiter, dann bei einem Bauern, einem Kohlenhändler und in den 1920-er Jahren in der Warenstelle für sozial Bedürftige der Stadt.
Noch zu Zeiten des Sozialistengesetzes engagierte sich Wahlgren für den Sozialdemokratischen Verein, den es - als Gesangsverein "Hoffnung" getarnt - damals gab. 1891, beim ersten Mai-Umzug in Geesthacht, so schreibt er selbst am 17. Juni 1927 in der "Hamburger Volkszeitung", habe er die Fahne getragen.
Auf jeden Fall hat Johann Wahlgren zum Aufbau der SPD und der Gewerkschaften in Geesthacht viel beigetragen. Überliefert sind Akten der Landherrenschaft Bergedorf (Geesthacht gehörte damals noch zu Hamburg), wonach ihm mehrfach die Ausweisung drohte. Dazu kam es nicht, da er seine schwedische Staatsbürgerschaft verloren, die Geesthachterin Anna Burmeister geheiratet (1. September 1878) und mit ihr acht Kinder gezeugt hatte. Zudem erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft, da einer seiner Söhne im Ersten Weltkrieg ums Leben kam.
Danach ging Wahlgren politisch den Weg, der für viele Geesthachter damals üblich war: Der Sozialdemokrat trat zur USPD über, dann der KPD bei, die bis zur Machtergreifung der NSDAP 1933 in Geesthacht bei Kommualwahlen bis zu 44 Prozent der Stimmen erhielt. Wahlgren war von 1924 bis 1933 Gemeindevertreter, von 1927 bis 1932 auch Ratmann und wurde 1927 erstmals in die Hamburger Bürgerschaft gewählt.
Als Alterspräsident hat der Geesthachter Johann Wahlgren zwei konstituierende Sitzungen der Hamburger Bürgerschaft eröffnet: am 4. November 1931 und am 11. Mai 1932. Er kritisierte dabei vor allem die NSDAP, aber auch die SPD. Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 wurde Wahlgren mehrfach verhaftet, aber stets wieder frei gelassen. Er starb 1941 an Herzversagen.
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