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Max von Duttenhofer1843-1903, Unternehmer, Geheimer Kommerzienrat

Max Duttenhofer, der zuweilen als der „Krupp Süddeutschlands“ bezeichnet wurde, machte in kürzester Zeit aus einem kleinen Traditionsbetrieb im Neckartal ein bedeutendes Sprengstoffimperium, das ab 1877 mit der Pulverfabrik Düneberg bei Geesthacht auch den Hamburger Raum erfasste. Seine Weitsicht zeigt sich zudem daran, dass er zu den Pionieren der Autoindustrie in Deutschland gehörte. Er war einer der drei Hauptaktionäre und Aufsichtratsvorsitzender der Daimler-Motoren-Gesellschaft seit ihrer Gründung 1890.

 

Duttenhofer, Sprössling einer Apothekerfamilie aus Rottweil, wurde am 10. Mai 1843 geboren und machte zunächst eine Apothekerlehre. Sein Hauptinteresse galt jedoch der Chemie, die er an der polytechnischen Schule in Stuttgart studierte, bis er 1863 in den Familienbetrieb eintrat. Sein Heimatort, die historische Reichsstadt Rottweil am Necker, hatte bereits eine 500jährige Pulvertradition, als Max Duttenhofer die elterliche Firma Flaiz & Duttenhofer mit einem Kapital von 70.000 Talern in die AG Pulverfabrik Rottweil 1872 umgestaltete. Der Pulverbedarf im deutsch-französischen Krieg 1870/71 hatte eine Kapazitätserweiterung zur Folge, so dass Duttenhofer die in Württemberg gelegenen Pulvermühlen Niedereschbach und Vogelsang dazukaufte. Er pflegte gute Kontakte zum Militärapparat des neuen Reiches und baute im Rahmen der Hochrüstung nach 1871 ein beachtliches industrielles Imperium. Er wurde zum „Pulverkönig“ Deutschlands. 1888 hob ihn Kaiser Wilhelm II. als Geheimen Kommerzienrat in den persönlichen Adelsstand.

 

Die Fabriken im Süden Deutschlands reichten nicht aus, um auf dem sich entwickelnden globalen Markt für Sprengstoffe konkurrenzfähig zu bleiben. Um bessere Bedingungen für den Export vor allem für die Aufrüstung der kaiserlichen Marine zu schaffen, suchte Duttenhofer einen neuen Standort in unmittelbarer Nähe zu Hamburg. Er pachtete 1876 von Otto von Bismarck ein Gelände am rechten Ufer der Elbe bei Geesthacht, die Besenhorster Sandberge, und errichtete dort die Pulverfabrik Düneberg, der Bismarck noch den Namen gab. Dr.-Ing. Carl Duttenhofer (1849-1921), ein Bruder des Firmenpatriarchen, wurde Oberdirektor der neuen Fabrik.

 

Der Name „Düneberg“ wurde bald zum Synonym für Pulver schlechthin. Im Ersten Weltkrieg nannte man das Gebiet  die „Pulverkammer Deutschlands“, eine Bezeichnung, die die überregionale Bedeutung der Fabrik verdeutlicht. Max Duttenhofer war nicht nur Unternehmer, sondern auch Innovator. Er entwickelte in den 1870er Jahren das „braune prismatische Geschützpulver C 82“, das eine deutliche Verbesserung gegenüber dem herkömmlichen Schwarzpulver darstellte. Es wurde vor allem in dem Düneberger Werk und verhalf der Fabrik in den 1880er Jahren zu ihrem Aufschwung. Die Fabrik erlebte in den beiden Weltkriegen einen sagenhaften Aufschwung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik stillgelegt und zum Teil demontiert. Heute befinden sich auf dem ehemaligen Gelände Gewerbe- und Wohngebiete sowie renaturierte Naturschutzbereiche.

Mit dem Tod des Firmenpatriarchen Max Duttenhofer am 14. August 1903 stieg sein erst 24jähriger Sohn, Max Duttenhofer junior, neben seinem Onkel Carl Duttenhofer in die Firmenleitung ein.

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