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Die "etwas anderen" Spielplätze, die Geesthacht baut, bekommen Ende August Zuwachs. Ganz im Westen, zwischen Oldhamstraße und Plaisirstraße, hat im Wald die Steinzeit begonnen. Ein geheimnisvoller Thingplatz, eine Felsenhöhle und ein bizarrer Monolith sind im Birkenwald zu sehen, wenn Kinder über die "Zeitrutsche" aus der Seilbahn-, Drehscheiben- und Streetballumgebung ihren Zeitsprung machen. "Mamamut und Minimut" stehen geduldig zwischen den Bäumen und umgehen garantiert die "Mammutfallgrube", in der sich künftig wohl eher Kinder vergnügen werden.

Der Platz steht vor seiner Fertigstellung und wird am 27.August um 11.00 Uhr den Geesthachtern, vor allem aber den Kindern übergeben.

Näher sind Planer und Jugendarbeit in Geesthacht selten an die Phantasie der Kinder herangekommen, die im Herbst 2005 im Rahmen der Beteiligung nach §47f der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein (GOSH) ihre Vorstellungen zu einem spannenden Spielplatz zusammengetragen haben. Zauberei und Harry Potter auf der Phantasieseite, Hundehaufen und trostlose Spielgeräte auf der Meckerseite bei der Wanderung über die Spielplätze des Stadtteils lagen auf dem Weg zu immer umfangreicheren Ideen, die in der Steinzeit landeten. Recherchen und Beratungen brachten die Kinder schließlich zum zweiten Schritt, "ihren" Spielplatz als Modell vorzustellen. Was sie in brauner Knetmasse vorlegten, bekam mit dem Fachwissen der Designerin Anke Meixner aus Schwerin und dem Blick für technische Machbarkeiten der Tiefbauingeneurin Ingrid Chyba im Workshopprogramm von Stadtjugendpfleger

Jens-N.Fischer noch im Vorbereitungsstadium umsetzbare Qualität.

Die Gremien der Stadt schließlich befürworteten die praktische Umsetzung, die Dipl.-Ing. Jens Brand aus Cottbus mit seinem Team von "Builtarock" fachtechnisch großartig in Beton umzusetzen verstand. Kletterfelsen mit Seilnetzen umschließen eine Höhle, in der die Kinder kurz vor der Eröffnung noch Höhlenmalereien anbringen werden. Selbstverständlich können sie die Höhle ebenso mutig erklimmen wie das gutmütige Mammut samt Kind.

Mit der Eröffnung wird die Öffentlichkeit den Spielwert des Ensembles aus nächste Nähe sehen können.

Trugen die ca. 40 Spielgelände der Stadt Geesthacht bisher nach Bezirken und Plätzen geordnete Nummern, bestanden die Kinder in den vielen Beteiligungsverfahren stets auf thematische Festlegung. "Spatzenhausen" in Grünhof lässt in eine Vogelwelt eintauchen, "Fischers Fritz" sitzt beim Grünhofer Teich auf dem Bootssteg und läßt seine Angel hängen, damit Kinder daran schaukeln können, im Burmeisterweg starrt im "Zauberwald" ein dreiköpfiger Drache auf eine verträumte Szenerie, während der "Grüne Heinrich" in der Siedlung Heinrichshof den naturnahen Spielplatz bewacht. Das "Wrack" am Koopskamp ist für Steuerversuche und Flüsterröhrenbotschaften noch voll intakt.

Die GOSH, die die Beteiligung des Nachwuchses bindend vorschreibt, hat Geesthachts Grünflächenplanung sichtbar vorangetrieben und sorgt durch geeignete Beteiligungsmethoden für völlig andere Lösungen, als Erwachsene sich ausdenken könnten. Die Nutzung steigt messbar. Die Identifikation der Beteiligten mit "ihrem" Platz lässt gleichzeitig die Wandalismusschäden sinken, auch der Kontakt zu den Nachbarn verbessert sich dadurch spürbar.

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