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18.11.2019

Volkstrauertag: Jugendliche erinnern mit Tanz und Musik

„Wir müssen anfangen zu lieben. Wir sind gleich und nur der Hass macht uns verschieden“, hallen die Zeilen des Liedes „Krieg“ durch die Kapelle des Geesthachter Waldfriedhofes, während Annelie und Hannah letzte sanfte Bewegungen ausführen und dann neben einem weißen Kreuz auf den Boden sinken. Die Tanzperformance der beiden Jugendlichen war ein Höhepunkt der Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages, die die Stadtverwaltung Geesthacht gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Geesthacht organisiert hatte. Das inzwischen dritte Jahr in Folge wurde der gemeinsame Gang zum Mahnmal um die Gedenkfeier in der Kapelle ergänzt – und wie in den vergangenen Jahren spielten dort Jugendliche die Hauptrollen.

„Ich freue mich ganz besonders, dass so viele Jugendliche heute dabei sind. Die jungen Leute zeigen, dass die Liebe im Vordergrund steht und nicht der Hass – wir sollten alle über gemeinsame Werte nachdenken und sie finden, statt Trennendes zu suchen“, betonte Bürgermeister Olaf Schulze in seiner Begrüßungsredein der Friedhofskapelle, innerhalb derer er an die Opfer von Kriegen, Terror und gewaltherrschaft früherer Zeiten erinnerte, den Blick für aktuelle Konflikte schärfte und für Gefahren der Demokratie und des Friedens sensibilisierte.

Musikalisch erwartete die Besucher der Gedenkfeier, die Gemeindepädagoge Armin Westphal, Kantor Jörn Kuschnereit, Anja Kratzmann und ihr Team der Friedhofsverwaltung sowie Christina Bertram von der Stadtverwaltung mit den Jugendlichen gestaltet hatten, eine Mischung aus neu interpretierten Klassikern sowie modernen und unbekannteren Liedern für den Frieden. Der Jugendchor „More than Voices“ stimmte begleitet von Kantor Jörn Kuschnereit unter anderem die Friedenshymne „Weiße Fahnen“ der deutschen Popgruppe Silbermond und Marlene Dietrichs „Sagt mir, wo die Blumen sind“ an. Die Jugendband der evangelischen Kirchengemeinde spielte beispielsweise „Mensch, es ist Dir gesagt, was gut ist“ und „Wo Menschen sich vergessen“.

Besonders berührend waren die Gedanken, die drei Jugendliche und junge Erwachsene zum Volkstrauertag formulierten.  So erinnerte sich eine Teamerin der evangelischen Kirchengemeinde an eine Schulfahrt nach Auschwitz und die sie dort überwältigenden Gefühle. Während der Gedenkfeier rief sie zum Kampf gegen Ausgrenzung auf. Im zweiten Gedanken-Block sensibilisierte eine Jugendliche dafür, in der Informationsflut, die heute nahezu jedem zu jeder Zeit über digitale Kanäle zur Verfügung steht, den Blick für Einzelschicksale hinter den Nachrichten nicht zu verlieren und Menschen in Not beizustehen. Im dritten und letzten Vortrag forderte eine Teamerin ein Umdenken, damit gemeinsam eine bessere Welt gestaltet werden kann. „Wenn so viele wie möglich so viel wie möglich machen, passiert schon viel“, mahnte sie.

Bürgervorsteher Samuel Walter Bauer verlas das „Totengedenken“ und Bürgermeister Olaf Schulze entzündete zum Ende der Gedenkfeier das Gedenklicht, mit dem die Teilnehmer der Veranstaltung sich dann zum Mahnmal aufmachten. Dort konnten Kränze niedergelegt, Kerzen entzündet und Blumen an ein vorbereitetes Holzkreuz gesteckt werden. 

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