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17.10.2019

Früchte vom Wegesrand

Sie prägen derzeit das Bild der Fußgängerzone: Bereits kurz nach der Runde der Betriebshofmitarbeiter, die fünfmal wöchentlich die Fußgängerzone reinigen, liegen wieder zig bräunliche Nester auf dem Pflaster. Die „Übeltäter“ sind so genannte Türkische Haseln. Von den 1970er bis Ende der 1990er Jahre wurden sie gern im Stadtgebiet gepflanzt. Etwa 200 Türkische Haseln, die auch Baumhaseln genannt werden und mit den heimischen Haselsträuchern stark verwandt sind, stehen in Geesthacht. „Sie sind wärmeliebend und besonders widerstandsfähig gegen Insekten“, nennt Franko Stein vom Fachdienst Umwelt Eigenschaften der bis zu 20 Meter hoch wachsenden Türkischen Hasel, die damals überzeugten. Heute wählten Stadtplaner eher andere Bäume – und zwar nicht nur wegen der vielen Früchte der Hasel, die in diesen Wochen ordentlich Arbeit machen.

Der ideale Baum für die Innenstadt wächst laut Franko Stein eher schlank und verdeckt dadurch die Umgebung nicht. Zudem bevorzugen die Planer heute Baumsorten mit lichtem Laub. „Heimische Sorten sind grundsätzlich gut, aber das reicht nicht immer. In der Fußgängerzone wurden Schnurbäume, Winterlinden, Feldahorne, Blumeneschen, Säulenhainbuchen und eine Gleditschie gepflanzt. Wobei wir bei der Linde eine Sorte haben, die kaum von Läusen befallen wird“, erklärt Franko Stein, warum das unter Linden typische klebrige Sekret in der Fußgängerzone nicht oder nur sehr wenig anfällt. Dieser so genannte Honigtau entsteht, wenn die Läuse den Saft aus den Lindenblättern saugen und dann den Zucker ausscheiden.

„Die Baumsorten, für die wir uns bei Neupflanzungen in der Fußgängerzone entschieden haben, sind an die klimatischen Verhältnisse besser angepasst – zumindest nach dem jetzigen Stand der Klimaveränderung.“ Grundsätzlich setze die Stadt in Sachen Baumbestand auf Vielfalt. Denn noch sei nicht absehbar, welche Sorten langfristig klimafest sind. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wenn wir überall die gleichen Sorten pflanzen würden, hätten wir unter Umständen im ganzen Stadtgebiet irgendwann die gleichen Probleme“, sagt Franko Stein. So seien in den vergangenen Jahren beispielsweise mehrere Kastanien eingegangen.

Verschwinden werden die stacheligen Haselnester im Stadtgebiet, wenn die ersten Frostnächte kommen. Bis dahin wären die Früchte einen Blick wert, denn sie sehen in ihrer stacheligen Hülle nicht nur kurios aus, sondern sind auch essbar. Reif sind die Früchte, wenn die sie umgebende Kugel grünlich bis braungelb ist. Und: „Dieses Jahr werfen die Bäume auffällig viele Früchte ab“, sagt Franko Stein.

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