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08.05.2020

Wasserprojekt: Familienzentrum Kita Regenbogen möchte "Kita 21" werden

Für einmal gründlich Händewaschen sind etwa 700 Milliliter Wasser notwendig, eine Toilettenspülung verbraucht etwa sechs Liter Wasser – diese Zahlen, die viele Erwachsene in Staunen versetzen dürften, sind Kindern des Familienzentrums Kita Regenbogen sehr präsent. Denn sie beschäftigen sich seit Monaten mit dem wertvollen Element Wasser und Möglichkeiten, mit diesem sparsam umzugehen. Das Wasserprojekt ist Teil der Bewerbung der städtischen Einrichtung um den Titel "Kita 21". Bis Ende Mai kann die Kindertagesstätte ihre Bewerbung noch einreichen – die Frist wurde aufgrund der Corona-Pandemie und der mit ihr verbundenen Einschränkungen verlängert.

Um in den Topf der möglichen Siegelträger zu gelangen, muss sich die Kita als „Lernort für zukunftsfähiges Denken und Handeln“ beweisen, so heißt es in dem Kriterienpapier der Umweltstiftung „Save our Future“, die die Auszeichnung „Kita 21“ verleiht. Konkret geht es dabei – vereinfacht gesagt - um die Sensibilisierung und die kindgerechte Vermittlung von Grundlagenwissen für umweltbewusstes Handeln. Und das Geesthachter Familienzentrum Kita Regenbogen hat sich den klimafreundlichen und nachhaltigen Umgang mit Wasser herausgepickt – ein Thema, mit dem sich Pädagogen und Kinder dort schon lange auseinandersetzen.

So kauft die Kita bereits seit mehr als einem Jahr kein stilles Trinkwasser in Flaschen, sondern setzt auf das Geesthachter Leitungswasser. „Langfristig planen wir, in den Gruppen auf flaschenloses stilles Wasser und Sprudelwasser umzustellen. Dafür würden wir gerne ein Untertischgerät anschaffen, mit dem wir unser Leitungswasser aufbereiten können. Es wäre toll, wenn sich dafür ein Sponsor findet, der uns unterstützt“, schildert Einrichtungsleiterin Martina Koos.  „Die Kinder wünschen sich, dass wir von den Wasserkisten loskommen“, nennt sie nur eine Folge der intensiven Auseinandersetzung mit Wasser. Thematisiert wurden vor den Corona bedingten Kontaktbeschränkungen und den damit einhergehenden Betriebsbeschränkungen für die Kita neben dem alltäglichen Wasserverbrauch mit den Kindern unter anderem auch Klimaaspekte wie Transport und Verpackung von Trinkwasser. Mitgemacht haben bisher bei den Projektarbeiten insgesamt rund 80 Kinder zwischen drei und sechs Jahren.

Sie haben unter anderem auf großen Papieren mit bunten Klebepunkten festgehalten, wie oft sie am Tag zwischen 8 und 14 Uhr die Toilettenspülung betätigen, die Hände waschen, ein Glas Wasser trinken. Eine Woche lang haben die Kinder dokumentiert und dann gemeinsam ausgewertet: Wenn 59 Kinder einmal Händewaschen entspricht das jedes Mal etwa 700 Milliliter Wasser. Insgesamt haben die Kinder in der Textwoche 235 Mal den Wasserhahn gedrückt – das sind etwa 164,5 Liter Wasser. Wie oft sie die Toilettenspülung betätigten, zählten 58 Kinder. Und dabei kam heraus: Bei einer Spülung fließen etwa sechs Liter Wasser. 140 Mal haben die Kinder die Spülung betätigt – das entspricht etwa 840 Litern Wasser.  „Dass wir so genau darauf geachtet haben, wieviel Wasser wir verwenden, hat bei uns Erziehern und bei den Kindern zu Reaktionen und zum Umdenken geführt“, schildert Martina Koos. „Ein kleiner Junge zum Beispiel wollte so gerne bei dem Projekt mitmachen, dass er während der Aktion das erste Mal auf die Toilette ging“, erinnert sie sich. Die Pädagogen würden seitdem beispielsweise noch mehr darauf achten, dass die Kinder immer genug Wasser über den Tag verteilt trinken. „Langfristig planen wir mit den Kindern auch eine Besichtigung des Wasserwerks“, kündigt Michael Iburg, der stellvertretende Kita-Leiter an.

Das Familienzentrum Kita Regenbogen wurde bereits vergangenes Jahr ausgezeichnet. Den Titel „Kita 2021- Die Klimaretter“ erhielt städtische Einrichtung für die Bildungsarbeit zum Thema „Wuschel und der Müll“. Ausgangspunkt waren Spaziergänge im Wald bei denen die Kinder immer wieder Abfall entdeckten und sich fragten: Wo kommt der Abfall her? Wie entsteht er? Und vor allem: Wie kann ich ihn vermeiden? Später kam dann auch noch die Frage hinzu: Was kann man noch aus Müll machen (Upcycling).

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