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06.02.2020

Geesthacht beteiligt sich an Aktion gegen Katzenelend

Die Stadt Geesthacht beteiligt sich erneut an der landesweiten Kastrations-Aktion gegen Katzenelend. Ab Sonnabend, 15. Februar, können wildlebende Katzen kostenfrei kastriert werden. Was manche einer nicht weiß: Die Stadt Geesthacht unterstützt das Gemeinschaftsprojekt von Land Schleswig-Holstein, Kommunen, Tierärzteschaft Schleswig-Holstein, Landestierschutzverband und Landesjagdverband nicht nur finanziell, sondern hat an dessen Einführung 2014 entscheidend mitgewirkt.

„Mit dem Team unseres heutigen Tierheims klappt die Zusammenarbeit sehr gut“, betont Heiko Holler, Leiter des Fachdienstes Öffentliche Sicherheit im Geesthachter Rathaus. Vor einigen Jahren hätte Geesthacht aber ein echtes Katzenproblem gehabt, erinnert er. „Wir haben es über eine Arbeitsgruppe auf Landesebene thematisiert. Das erste Pilotprojekt, seinerzeit noch voll aus Landesmitteln finanziert, wurde federführend über die Stadt Geesthacht abgewickelt. Die Aktion war erfolgreich und die Initialzündung für das landesweite Projekt gegen Katzenelend in seiner jetzigen Form“, schildert Heiko Holler, über dessen Fachdienst die Aktion abgewickelt wird.

Konkret geht es um Folgendes: Zweimal im Jahr werden landesweit über mehrere, vorher offiziell bekanntgegebene Wochen Katzenkastrationen durchgeführt. Diese laufen immer nach demselben Muster ab, damit am Ende der Aktion niemand auf Kosten sitzen bleibt. Die Mitglieder von Tierschutzvereinen – in Geesthacht das Team des hiesigen Tierheims, das durch den Geesthachter Tierschutzverein betrieben wird – fangen ehrenamtlich herrenlose, nicht kastrierte Straßenkatzen ein und bringen sie zu kooperierenden Tierärzten. Diese verzichten auf ihr Honorar (25 Euro). Die Restkosten der Kastration – 59 Euro bei männlichen Tieren und 115 Euro bei weiblichen Tieren – werden über einen von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein verwalteten Fonds finanziert. In diesen zahlt das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) Schleswig-Holstein pro Jahr 90.000 Euro ein. Die Stadt Geesthacht übernimmt, so wie die anderen teilnehmenden Kommunen für ihr Gebiet auch, 50 Prozent der Kosten, die für die Kastration der auf Geesthachter Stadtgebiet eingefangenen Tiere entstehen. Für den Stadthaushalt bedeutete das in den vergangenen Jahren schwankende Zahlen: Im Rahmen der Herbstaktion 2019 wurden beispielsweise vom 19. Oktober bis 14. November eine weibliche und vier männliche Tiere kastriert, was für die Stadt Kosten in Höhe von 175,50 Euro bedeutete. 2018 wurden zwölf Tiere aus Geesthacht (vier weibliche und acht männliche) während der Katzenelend-Aktion kastriert. Die Stadt zahlte dafür 466 Euro.

Damit eine Kastration über das Programm abgerechnet werden kann, muss durch denjenigen, der eine Katze zur Kastration bringt, ein dafür vorbereiteter Vordruck ausgefüllt werden. Dieser ist unter  www.schleswig-holstein.de/gegenkatzenelend  abrufbar. Zudem muss unterschrieben werden, dass es sich bei dem Tier um eine wildlebende Katze handelt. Denn deren Zahl steigt stetig – was der Grund für die Kastrations-Aktion ist. Katzen werden ab einem Alter von sechs Monaten geschlechtsreif. Innerhalb eines Jahres kann eine Katze bis zu 35 Nachkommen erzeugen, von denen viele krank geboren werden und an Infektionen, Parasiten und Mangelernährung leiden.

Die Frühjahrsaktion 2020 geht voraussichtlich bis zum 13. März. Die Herbstaktion 2020 ist vom 17. Oktober bis 13. November geplant. Gehen die finanziellen Mittel des Fonds früher als gedacht zuende, werden die Aktionen vorzeitig beendet.

Sarah Kubisch, Vorsitzende des Geesthachter Tierschutzvereins, appelliert an Geesthachterinnen und Geesthachter vor und während des Aktionszeitraums die Augen besonders offen zu halten: „Nur, wenn uns Straßenkatzen gemeldet werden, wenn wir also von ihnen wissen, können wir auch tätig werden und so von der Aktion profitieren“, sagt Sarah Kubisch, die zusammen mit einem Team aus Freiwilligen das Einfangen der herrenlosen Katzen übernimmt. Typische Anzeichen für wild lebende Katzen: Aufgerissene und aufgebissene Müllsäcke, Katzenkot oder strenger Geruch. "Man sieht sie nur selten. Darum stellen wir beim Verdacht in einigen Fällen auch Wildtierkameras auf", sagt Sarah Kubisch, die für Hinweise auf wild lebende katzen dankbar ist. Wer vermeintliche Straßenkatzen im Geesthachter Stadtgebiet entdeckt, möge sich unter (04152) 74311 melden, die Tiere möglichst fotografieren und die Bilder per E-Mail (info@tierheim-geesthacht.de) oder über die Facebook-Seite „Tierheim Geesthacht“ an das Geesthachter Tierheim senden. „Wir schauen dann, ob die Katze dorthin gehört. Viele der Katzen im Stadtgebiet kennen wir bereits“, erklärt Sarah Kubisch. Im Tierheim lassen sich dann Straßenkatzen und ausgebüxte Hauskatzen, die meist mit Registrier-Chip ausgestattet sind, schnell unterscheiden. Aufgegriffene wilde Katzen werden dann kastriert. „Die Kosten dafür übernimmt die Stadt Geesthacht auch außerhalb von Landesaktionen. Dennoch wollen wir die Zeiträume, in denen sich andere finanziell beteiligen, gerne nutzen – um die Stadt zu entlasten“, sagt Sarah Kubisch, die von der Fütterung fremder Tiere grundsätzlich erstmal abrät.

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