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29.01.2020

"Inklusion ist mehr als die Bordsteine abzusenken"

Ein barrierefreier Zugang ins Freibad, mehr Parkplätze für Menschen mit Handicap (nicht nur für Rollstuhlfahrer), barrierefreie Bushaltestellen und eine zentrale WC-Anlage mit behindertengerechter Toilette in der Bergedorfer Straße – Ideen, wie Geesthacht barriereärmer werden kann, gibt es viele. Das bewiesen gut 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim großen Inklusionsworkshop in der Sporthalle der Buntenskampschule.

Eingeladen hatte zu dem Gedankenaustausch, bei dem Handlungsfelder für künftige Schritte zur inklusiven Stadt definiert werden sollte, die Arbeitsgruppe Inklusion. Diese besteht aus Geesthachts Behindertenbeauftragter Evamaria Neelsen sowie Vertreterinnen und Vertretern der in der Ratsversammlung sitzenden Fraktionen sowie der Stadtverwaltung.  „Inklusion ist mehr als die Bordsteine abzusenken oder in der Schule auf Teilhabe zu achten. Das Ziel muss sein, möglichst alle Bereiche mitzudenken und inklusive Stadt zu werden – das ist ein langer Weg, aber wir sollten ihn Schritt für Schritt gehen“, appellierte Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze zur Eröffnung der Veranstaltung, die von den Gebärdendolmetscherinnen Merle Branning und Simona Scholl für Gehörgeschädigte übersetzt wurde.

Dirk Mitzloff, der stellvertretende Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen Schleswig-Holsteins, berichtete zum Einstieg in einem Impulsreferat über Schleswig-Holsteins Weg zum ersten Landes-Aktionsplan Inklusion, der aktuell ausgewertet würde. Inklusion sei ein Prozess, betonte Mitzloff, bei dem es wichtig sei, die Betroffenen einzubeziehen. „Inklusion ist nicht nur für behinderte Menschen, sondern es geht darum, etwas für uns alle zu tun. Inklusion hat den Anspruch, dass wir alle Gegebenheiten so schaffen, dass jeder mitmachen kann“, sagte Dirk Mitzloff. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Dirk Mitzloff noch Fragen. Aus den Reihen der Zuhörenden kam der Hinweis, dass nicht nur körperliche Beeinträchtigungen, sondern auch psychische Behinderungen bei der Umsetzung Inklusion berücksichtigt werden müssten. Diese beiden inhaltlichen Stränge spiegelten sich dann auch in den Ergebnissen der Gruppenarbeitsphase wider, die von Politikern und Verwaltungsmitarbeitenden angeleitet wurde.

Um die gesellschaftliche Teilhabe aller in Geesthacht zu verbessern, gaben die Gruppen Stadtverwaltung und Politik beispielsweise folgende Impulse mit auf den Weg: eine Bahnanbindung von Geesthacht nach Hamburg könnte den Alltag erleichtern, ebenso Straßenschilder für Sehbehinderte, behindertengerechte Bushaltestellen, ein Leitstreifen für Blinde vom Rewe-Center zum ZOB, eine zentrale WC-Anlage in der Bergedorfer Straße, barrierefreie und bezahlbare Wohnungen, mehr Personal und mehr Unterstützung durch die Verwaltung, eine bessere und hellere Straßen- beziehungsweise Gehwegbeleuchtung , leichte Sprache und Mehrsprachigkeit in Broschüren, bei Behörden und Beratungen und ein kostenfreier Busverkehr für Menschen mit Behinderungen. Inklusive Spielplätze mit Spielgeräten, die alle Kinder gemeinsam nutzen können und mehr Parkplätze für Rollstuhl-Fahrer oder anders Beeinträchtigte wären wünschenswert. Zudem sollte, so ein Ergebnis der Gruppenphase, allen Kinder der Zugang zu Sport ermöglicht werden – an dieser Stelle seien vor allem die Vereine gefragt.

Die Anregungen werden nun priorisiert und dann in der Arbeitsgruppe Inklusion weiter besprochen, ebenso wie das weitere Vorgehen.

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