Hilfsnavigation
Pressemitteilungen
© fotolia - mitrija  
Quickmenu
Volltextsuche
Seiteninhalt

17.09.2021

Frauen geben ihr Ausstellungsdebüt - Volkshochschule wird bis zum 4. Oktober zur Galerie

Leonardo da Vinci, Vincent van Gogh, Friedensreich Hundertwasser, Salvator Dalí, Albrecht Dürer und Pablo Picasso – wer die Namen dieser „großen Meister“ hört, denkt sofort an Kunst. Doch welche „großen Meisterinnen“ haben es gleichermaßen in unser kollektives Gedächtnis geschafft? „Nicht viele“, sagt Geesthachts Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky. „Männliche Künstler sind auch heute noch bekannter als weibliche. Die Kunst von Männern ist höher dotiert als die von weiblichen Künstlerinnen, wird in den Schulen häufiger thematisiert und wer Museen besucht, sieht eher Kunst männlicher Künstler. Das ist ungerecht, denn es gibt sehr viele kreative und begabte Frauen.“ In Geesthacht bietet sie nun gemeinsam mit Nadine Cinar, der Leiterin der Geesthachter Volkshochschule (VHS), ausdrücklich Künstlerinnen eine Plattform. Unter dem Titel „Frauen in der Kunst“ stellen noch bis zum 4. Oktober in der VHS (Buntenskamp 22) 30 Frauen aus Geesthacht und der Umgebung ihre Werke aus. Viele von ihnen zeigen ihre Kunst das erste Mal öffentlich – so wie Kerstin Sander-Reichensperger. „Die Malerei ist für mich da, um meine Seele wieder zu spüren – ein Ausbruch aus dem beruflichen und privaten Stress. Ölmalerei braucht viel Geduld und Zeit. Hier habe ich die erforderliche Entspannung gefunden…  Ohne den Aufruf, dass Frauen gesucht werden, die ihre Arbeiten ausstellen möchten, hätte ich aber niemals die Initiative ergriffen und mir Ausstellungsräume gesucht. Ich hätte meine Bilder eigentlich nie jemandem gezeigt“, schildert Kerstin Sander-Reichensperger eine Herangehensweise, die viele Frauen in unterschiedlichsten Themenfeldern zeigen. Viele nehmen sich eher zurück, überlassen die große Bühne Männern.  „Das ist ein typisch weibliches Verhalten – auch in der Kunst. Darum ist die Idee und Umsetzung einer solchen Ausstellung auch ein Thema, dem ich als Gleichstellungsbeauftragte mich annehme“, erklärt Anja Nowatzky.

Zu sehen sind im ersten und zweiten Stock der Volkshochschule aktuell mehr als 80 Werke, darunter Portraits in Acryl, abstrakte Kreidezeichnungen, Fotografien oder moderne Mischungen unterschiedlichster Materialien. Interessierte können sie zu den Öffnungszeiten der VHS, also Montag bis Freitag von 9 bis 11.30 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr betrachten. In den Innenräumen gilt die 3-G-Regel, das heißt: Wer in das Gebäude möchte, muss nachweisen, dass er gegen Covid-19 geimpft, negativ auf das Virus getestet oder bereits an Covid-19 erkrankt war und inzwischen wieder genesen ist.

„Wir haben auf die Ausstellung bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. Bei der Vernissage haben sich viele Besucherinnen und Besucher lange Zeit genommen, um die Kunstwerke der Frauen zu betrachten“, berichtet Nadine Cinar von der Ausstellungseröffnung, die im Rahmen der Geesthachter „Kulturnacht reloaded“ stattgefunden hatte. Mehr als 120 Personen waren über den Abend verteilt in die VHS gekommen, wo die Ausstellung feierlich mit einer Rede von Geesthachts Bürgermister Olaf Schulze eröffnet wurde. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete Stefan Isenberg, Stefan Schwarck verpackte Gleichstellungs- und Frauenthemen in Poetry Slams. 170 Euro, die an dem Abend durch den Verkauf von Getränken und Brezeln eingenommen worden sind, spenden Anja Nowatzky und Nadine Cinar an Frauen in Afghanistan. „Schön, dass Geesthacht an diesem Abend gezeigt hat und mit der Ausstellung weiterhin zeigt, wie vielfältig Geesthacht ist. Ich bin Nadine Cinar und ihrem Team sehr dankbar dafür, dass sie so viel Zeit und Arbeit investiert hat“, betont Anja Nowatzky.

Quelle: Stadt Geesthacht
Zum Seitenanfang (nach oben)