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30.08.2018

Reisebericht Kuldiga 2018

Fröhliche Musik klingt durch die ganze Stadt, der Duft kulinarischer Köstlichkeiten erfüllt die warme Sommerluft, Kunstschaffende jeder Art präsentieren ihr Können! Unglaublich, was die kleine Stadt Kuldiga mit ihren knapp 12.000 Einwohner*innen zu ihrem jährlichen Stadtfest „Dzires Kuldiga“ auf die Beine stellt. 

Vom 19. bis 23. Juli 2018 haben wir mit einer 10-köpfigen städtischen Delegation einschließlich unseres Bürgervorstehers, dem Ersten Stadtrat und Mitgliedern des Komitees für Internationale Begegnungen unsere Partnerstadt Kuldiga anlässlich der bunten Feierlichkeiten besucht. 

Innerhalb des gesamten Stadtkerns finden wir Verkaufsstände mit regionalen Produkten, Kinder erfreuen sich an einem vielfältigen Freizeitprogramm, an fünf verschiedenen Plätzen lassen wir uns von Musizierenden, Tanzenden und Theaterspielenden jeden Alters bis in die frühen Morgenstunden verzaubern.

Von den uns bekannten Lärmschutzmaßnahmen keine Spur - die tun auch gar nicht nötig, denn ganz Kuldiga scheint auf den Beinen, um mitzufeiern. 

Ein zweistündiger Festumzug - ähnlich dem, den wir vom Kölner Karneval kennen, krönt die Feierlichkeiten. Vorne weg gehen die Bürgermeisterin Inga Berzina und ihre Mitarbeiter*innen, gefolgt von uns Geesthachter Gästen und sicher 30 Unternehmen und Vereinen, die sich aufwendig und farbenfroh kostümiert haben.

Bonbons fliegen durch die Lüfte und in Kinderhände, die Blaskapelle schmettert ihre Lieder - umjubelt von tausenden Menschen, die sich am Geschehen vom Straßenrand aus erfreuen. An diesen Tagen bleibt kein Fenster und keine Tür geschlossen. Denn niemand will sich diesen Trubel entgehen lassen!

An zwei Nächten lässt ein imposantes Feuerwerk den lettischen Himmel hell erleuchten. Egal ob Jung oder Alt – es wird bis weit nach Mitternacht getanzt. Auch die Allerkleinsten machen auf den Armen ihrer Eltern mit. Das ist hier ganz normal.

Genauso normal ist hier übrigens, dass die Frauen und Männer in Lettland gleichermaßen in Vollzeit berufstätig sind. Teilzeitarbeit ist nicht bekannt, stattdessen stehen für die Kinder Ganztages-Kita- und Krippenplätze zur Verfügung. Das finde ich als Gleichstellungsbeauftragte ganz besonders interessant!

Ein weiterer Aspekt, der uns hier in Kuldiga überrascht, ist, dass zum Teil die Löhne der Angestellten aus den Eintrittsgeldern der jeweiligen Freizeiteinrichtung, in der gearbeitet wird, gezahlt werden. Das heißt sie können nie mit einem festen Gehalt rechnen. Ähnliches gilt auch für die städtischen Mitarbeiter*innen. Erst werden die neuen Stadtprojekte bezahlt, aus dem Übriggebliebenen dann die Löhne. Für uns unvorstellbar!

Eine dieser Freizeiteinrichtungen ist das neue Hallenbad, welches uns zusammen mit anderen neuen Stadtprojekten präsentiert wird. Wir sind davon begeistert, wie großzügig und modern es gestaltet ist. Salzgrotte, Sauna und Wellnessbereich laden zum Relaxen ein. Vormittags hat das Schwimmbad nur für Schulen geöffnet, zum Nachmittag darf jede und jeder das Angebot für einen Eintrittspreis von Euro 6,00 genießen.

Für die Kids wurde gerade ein Jugendzentrum - ähnlich wie unserem „Alten Bahnhof“ frisch renoviert. Davon durften wir uns bei einem Besuch selbst ein Bild machen, genauso wie von einem neuen Hostel, in dem überwiegend die Künstler*innen untergebracht werden, die die vielen in Kuldiga stattfindenden Feste im Jahr bereichern. Und wer weiß, vielleicht auch ein schöner Platz für unseren nächsten Besuch!

Bei einem offiziellen Empfang mit der Bürgermeisterin Inga Berzina haben wir die Gelegenheit, uns für all die schönen Erlebnisse mit einer kleinen Ansprache von Herzen zu bedanken – da darf natürlich ein besonders schönes Geschenk für die Gastgeberin nicht fehlen.

Die Malerin Ines Kollar aus Pinneberg hat unsere beiden sehr unterschiedlichen Stadtwappen in einem Bild vereint. Frau Berzina war begeistert!

Das bedeutet uns viel. Denn die partnerschaftliche Beziehung zu Kuldiga, die längst eine Freundschaft geworden ist, pflegen wir kontinuierlich über eine große räumliche Distanz seit  27 Jahren. Inzwischen haben viele Geesthachter*innen, einschließlich mir, persönliche Kontakte auch außerhalb der offiziellen Besuche. Wir informieren uns über Neuigkeiten in unseren Gemeinden und lernen von unseren unterschiedlichen Mentalitäten – so wie Freunde es eben tun!

Die warmherzige und großzügige Gastfreundschaft Kuldigas hat uns wieder einmal „umgehauen“. Sie lässt mein Herz höher schlagen und ich freue mich jetzt schon, dass wir uns im September zum Elbfest revanchieren können.

Vom 07. – 10. September 2018 haben wir in Geesthacht insgesamt 28 Personen aus unseren drei Partnerstädten zu Gast, die mit uns unser schönes Elbfest feiern. Vier Nationen sitzen dann zusammen in einem Drachenboot und wir paddeln demselben Ziel entgegen.

Alle Geesthachter*innen sind herzlich eingeladen, uns dann auf dem Menzer-Werft-Platz zu besuchen, um mit unseren ausländischen Freunden*innen und uns ins Gespräch zu kommen!

 

Anja Nowatzky

Vorsitzende des Komitees für Internationale Begegnungen

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