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Geesthacht - Auf dem Weg zur Fairtrade-Town

Die Vereinten Nationen haben am 27. September 2015 die „ Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ mit den darin enthaltenen 17 Entwicklungszielen beschlossen, die insbesondere durch die kommunale Beteiligung und Verantwortung mit Leben gefüllt werden sollen. Mit der Agenda drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen, und hat die Grundlage dafür geschaffen, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten.

Die Agenda betont die gemeinsame Verantwortung des Nordens und des Sü
dens für die untereinander verbundenen Aspekte der Gerechtigkeit, der Nachhaltigkeit und der Entwicklung. Dabei sind mit der Aufnahme des so genannten „Stadtziels“ (Entwicklungsziel 11: „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen“) die Städte und Gemeinden als zentrale Akteure einer nachhaltigen Entwicklung anerkannt worden.

Handlungsfelder der Agenda

Von den zahlreichen Handlungsfeldern der Agenda  zu den 17 Entwicklungszielen wurden insgesamt 169 Unterziele identifiziert  ist der faire Handel eines mit besonderem Symbolgehalt.

Fairer Handel ist nach der Definition der internationalen Dach- und Fachorganisationen des fairen Handels eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter  insbesondere in den Ländern des Südens  leistet der Faire Handel die einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fairhandelsorganisationen sind aktiv damit beschäftigt, die Hersteller zu unterstützen, das Bewusstsein zu steigern und für Veränderungen bei den Regeln und dem Ausüben des konventionellen internationalen Handels zu kämpfen. Die strategische Absicht des fairen Handels besteht aus folgenden Punkten: 

  • gezielt mit Herstellern und Arbeitern zusammenarbeiten, die an den Rand gedrängt wurden, um sie von einer sehr schwachen Position zu Sicherheit und Autarkie zu bewegen,
  • Hersteller und Arbeiter als Teilhaber innerhalb ihrer eigenen Organisationen stärken und
  • sich aktiv darum zu bemühen, eine größere Rolle in der globalen Arena zu spielen, um mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel zu erreichen.

Fairtrade-Town-Kampagne

Im Rahmen der Fairtrade-Towns Kampagne können Städte und Gemeinden einen kommunalen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzungen leisten und dabei gleichzeitig im Zusammenwirken von haupt- und ehrenamtlicher Verwaltung mit den verschiedenen Akteuren der Zivilgesellschaft (z.B. Schulen, Kirchen und Vereine) eine Stärkung der kommunalen Gemeinschaft erreichen.

Für die Erlangung des im Rahmen der Fairtrade-Towns Kampagne verliehenen Titels einer Fairtrade-Town ist die Erfüllung von fünf Kriterien erforderlich:

  1. ein Beschluss der Ratsversammlung mit einem vorgegebenem Mindestinhalt (der vorliegende Beschlussentwurf sollte dieses Kriterium erfüllen),
  2. die Bildung einer Steuerungsgruppe bestehend aus mindestens drei Personen aus den Bereichen der städtischen Verwaltung bzw. Politik, der Wirtschaft und der im Bereich der Eine-Welt-Thematik engagierten Zivilgesellschaft,
  3. eine von der Bevölkerungszahl der Kommune abhängige Mindestanzahl von Fairtrade-Produkte verwendenden Geschäften und Gastronomiebetrieben (die entsprechenden Anforderungen  für eine Stadt mit 30 000 Einwohnern liegen bei sechs Geschäften und drei Gastronomiebetrieben),
  4. die Verwendung von Fairtrade-Produkten in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen (hier muss jeweils mindestens eine Schule, ein Verein oder eine Kirchengemeinde gewonnen werden) und
  5. eine Öffentlichkeitsarbeit, die in jährlich mindestens vier Medienartikeln resultiert, in denen die Kampagne thematisiert wird.

Steuerungsgruppe Geesthacht

Nach dem Ratsbeschluss, der die Teilnahme der Stadt Geesthacht an der Fairtrade-Towns-Kampagne auf den Weg brachte, folgte nunmehr die Gründung einer Steuerungsgruppe. Aufgabe der Gruppe ist es, als treibende Kraft die Fairtrade-Aktivitäten vor Ort zu vernetzen und zu koordinieren.

Ihre Mitgliederinnen und Mitglieder kommen aus den Bereichen der städtischen Verwaltung und Politik, der Wirtschaft, der Schulen, Kirchen und der Zivilgesellschaft. An der konstituierenden Sitzung nahmen teil:

  • Olaf Schulze (Bürgermeister),
  • Dr. Georg Miebach (Erster Stadtrat),
  • Hans-Werner Madaus (SPD),
  • Jochen Meder (CDU),
  • Rüdiger Tonn (FDP),
  • Pastor Thomas Heisel (Ev. luth. Kirchengemeinde Düneberg),
  • Kai Nerger, Karen Osnabrügge und Tiberio Minuzzi von der Bertha-von-Suttner-Schule und
  • Eve Pippirs vom Wirtschaftsbeirat der Stadt Geesthacht.

    Außerdem gehören der Steuerungsgruppe Volker Leptien vom Verein Partnerschaft Afrika und Stephan Streubel vom DRK Geesthacht an.

Nach der Regelung einiger organisatorischer Fragen wie der Wahl von Dr. Georg Miebach zum Sprecher der Gruppe wurden inhaltliche Fragestellungen diskutiert. Dabei ging es um die Ausrichtung der Fairtrade-Aktivitäten Geesthachts in den Spannungsfeldern von fairem Handel, Regionalität und Ökologie bzw. wirtschaftlicher und ideeller Orientierung.

Als nächste weitere Schritte fasste die Gruppe die Ausrichtung einer Informationsveranstaltung in der zweiten Jahreshälfte sowie die Erfüllung der noch fehlenden Kriterien zur Erlangung des Titels einer Fairtrade-Town ins Auge. Dabei geht es um Fairtrade-Produkte in Geschäften, Gastronomiebetrieben und Schulen, um das Thema „Fairtrade in öffentlichen Einrichtungen“ sowie um Öffentlichkeitsarbeit zu den Fairtrade-Aktivitäten.

Auch wenn die baldestmögliche Erfüllung der Kriterien als Aufgabenstellung durch den Ratsbeschluss vorgegeben ist und tatkräftig in Angriff genommen wird, bestand Einigkeit, dass dies nur den Anfang einer weitergehenden Entwicklung darstellen soll.

Kontakt

Dr. Georg Miebach
Erster Stadtrat
Fachbereich Zentrale Verwaltung und Personal
Fachbereichsleitung
Markt 15
21502 Geesthacht
Telefon: +49 4152 13-312
Fax: +49 4152 13-451
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